Punk-Festival Klingendorf : Force-Attack: Wohin ziehen die Punks?

Foto: Archiv
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Der Veranstalter des Force Attack in Klingendorf sagte die Veranstaltung für das nächste Wochenende ab und kündigte einen Umzug in die Berliner Arena an - doch dort erteilt man ihm eine Absage.

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21. Juli 2012, 01:46 Uhr

Klingendorf/Berlin | Die Telefone glühten gestern heiß im Ticketbüro der Berliner Arena im Stadtteil Treptow. Zahlreiche Punker riefen in der Hauptstadt an und wollten sich erkundigen, wo sie nächstes Wochenende feiern und schlafen können. Denn der Veranstalter des Force Attack in Klingendorf hatte gestern Vormittag erklärt, dass das Festival in diesem Jahr nicht an der Ostsee, sondern in Berlin stattfindet. Die Verantwortlichen von dort widersprachen allerdings - auf ihrem Gelände gebe es kommendes Wochenende kein Punk-Festival.

"Das Force Attack macht ein Gastspiel! Auf in die Arena nach Treptow", hieß es gestern Mittag auf der Internetseite der Veranstaltung. Organisator Imre Sonnevend war gestern telefonisch nicht zu erreichen. Stattdessen vertröstet er die Anhänger im Internet weiter: "Leider ohne Zelten, aber so einen Luxus braucht man ja in Berlin nicht. Die Neuigkeit kann schon auf allen Kanälen verbreitet werden. 2013 geht’s dann aber wieder an die Ostseeküste!"

Die Gründe für die Absage des 16. Festivals in Klingendorf seien finanzieller Natur: "Nachdem sämtliche finanzielle Ressourcen 2011 innerhalb von Stunden weggespült wurden, war jetzt einfach keine Kohle da, eine ordentliche Open-Air-Geschichte auf die Beine zu stellen." Eine Verlegung nach Berlin scheint für ihn weniger problematisch gewesen zu sein. "Wir haben zuerst durch die Polizei davon erfahren, dass dieses Festival hier stattfinden soll", erklärte gestern ein Sprecher der Arena. Zwar hätte Sonnevend danach auch noch angerufen, aber eine Absage bekommen. "Es ist einfach nicht machbar, ein solches Event eine Woche vorher anzumelden. Die Behörden-Mühlen mahlen viel langsamer, ich habe mittlerweile einen Vorlauf von drei Monaten", so der Chef der Veranstaltungsorganisation, der die Verträge für die Arena unterschreibt. Ganz unabhängig davon, ob sie eine solche Veranstaltung überhaupt wollen würden, sei es in der Kürze der Zeit nicht zu realisieren. Gestern Nachmittag nahm Sonnevend die Arena als neuen Austragungsort dann auch von der Webseite. Allerdings ohne einen neuen Ort zu nennen.

Dummerstorfs Bürgermeister Axel Wiechmann (CDU) befürchtet, dass kommendes Wochenende dennoch einige Punk-Fans in Klingendorf auftauchen, die von der Absage oder Verlegung nichts mitbekommen haben. "Für die Gemeinde ist die Absage des Festivals kein herber Verlust", so Wiechmann, der, obwohl er nicht Veranstalter ist, viel mit der Abwicklung zu tun hat. "Wir sprechen derzeit mit der Bahn, um wenigstens die organisierten Sonderzüge, die in Kavelstorf halten sollten, abzusagen", so Wiechmann. Auf Sonnevend ist er nicht gut zu sprechen. Schon in den vergangenen Jahren sei die Organisation des Festivals chaotisch gewesen. Auch jetzt sei der Veranstalter für ihn nicht zu sprechen gewesen, sagte Wiechmann. An der dreitägigen Veranstaltung selbst habe die Gemeinde nichts verdient. "Vielleicht einige Gewerbetreibende, aber wir nicht", so der Bürgermeister.

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