Flusskreuzer-Boom an der Warnow

<strong>Flusskreuzer für Viking River Cruises liegen im Dock:</strong> 500 Mitarbeiter beschäftigt die Neptun-Werft zurzeit.<foto>rfra</foto>
Flusskreuzer für Viking River Cruises liegen im Dock: 500 Mitarbeiter beschäftigt die Neptun-Werft zurzeit.rfra

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19. März 2013, 09:30 Uhr

Rostock | Eine Schiffstaufe mit zehn Patinnen ist mit der "Aidastella" gerade erfolgt, da steht Rostock der nächste spektakuläre Akt bevor: Morgen werden sechs Neubauten der Reederei Viking River Cruises auf der Warnemünder Neptun-Werft getauft, vier weitere zeitgleich am Terminal in Amsterdam. Das Haupt-Zeremoniell läuft zwar in der holländischen Metropole ab. Warnemünde ist aber mit einbezogen. Das Ereignis wird live übertragen, die Neptunwerker werden sich zum Festakt versammeln, berichtet Werft-Chef Manfred Müller-Fahrenholz (62).

Vier Flusskreuzfahrtschiffe werden dafür heute in einem Paket am Kai zusammengelegt. Ebenfalls heute werden auf der Werft auch die Taufpatinnen erwartet, die sich ein Bild von ihren Schiffen und vom Baugeschehen machen. Die Frauen sind Vertreterinnen jener Häfen, die die Schiffe auf ihren Reisen anlaufen. Die Flusskreuzer, die die Namen verschiedener Gottheiten tragen, sind in unterschiedlichem Bauzustand. Während die "Viking Thor" bereits für die Überführung vorbereitet ist, folgt die "Viking Var" noch vor Ostern und die weiteren Cruiser wie "Viking Rinda" und "Viking Forseti" etwa im Abstand von vier Wochen. Die Flussschiffe sind 135 Meter lang, 11,45 Meter breit, haben einen Tiefgang von 1,60 Meter und sind für 190 Passagiere in 95 Kabinen ausgelegt. Sie sind für den englisch-sprachigen Markt, zu 80 Prozent für die USA, aber auch England, Australien und Neuseeland bestimmt. Der Rostocker Neptun-Werft beschert das volle Auftragsbücher. Viking River Cruises aus dem schweizerischen Basel hatte Anfang Dezember 2012 die Neptun-Werft mit dem Bau von zehn weiteren neuen Flusskreuzfahrtschiffen der "Viking Longship Class" beauftragt. Sie sollen bis April 2014 geliefert werden. Und es gibt Optionen für weitere Neubauten.

Von den zusätzlich georderten Schiffen wird Arbeit auch zur Meyer-Werft nach Papenburg abgegeben, wo der Bau des Forschungsschiffes begonnen hat, das ursprünglich in Warnemünde entstehen sollte. Die Neptun-Werft habe auch so alle Hände voll zu tun und mit den Schiffbauern auch die verschiedenen heimischen Zulieferer, betont der Werft-Chef, der seit 2000 die Geschicke des traditionsreichen Schiffbaubetriebs an der Warnow führt. Auf der Neptun-Werft begann bereits der Bau des elften Schiffes für die Flotte der Rostocker Reederei Arosa. Am 4. März erfolgte der Stahlschnitt für den Zweieinhalb-Decker "Arosa Flora", der Rhein, Donau und Main-Donau-Kanal befahren kann. Die Kiellegung ist für den 12. April vorgesehen.

Zum Jahresende soll der 135 Meter lange, 11,4 Meter breite und für 186 Passagiere ausgelegte Neubau fertiggestellt sein, um im nächsten Jahr die Arosa-Flotte zu verstärken. Ob bei Neptun auch wieder in Kooperation mit der Meyer-Werft Gastanker entstehen, bleibt abzuwarten. Der Markt dafür, so Müller-Fahrenholz, sei da, aber auch hart umkämpft. Die Neptun-Werft beschäftigt gegenwärtig rund 500 Mitarbeiter, davon 55 Auszubildende der technischen Berufe. Im Herbst kommen weitere hinzu - dann auch zwei kaufmännische Lehrlinge.

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