Rostock : Flusskreuzer auf Wachstumskurs

Der Rostocker Arosa-Flusskreuzer „Arosa Viva“ bei seinem Rhein-Törn am Anleger in Basel.  Fotos: Reiner Frank
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Der Rostocker Arosa-Flusskreuzer „Arosa Viva“ bei seinem Rhein-Törn am Anleger in Basel. Fotos: Reiner Frank

Rostocker Arosa-Team mit einigen Neuerungen / Auch jüngere Gäste im Fokus / Nächster Neubau deutet sich an

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01. Juli 2015, 12:00 Uhr

„Lieber so…“ singt Yvonne Catterfeld, die Markenbotschafterin der Rostocker Arosa Flussschiff GmbH. Mit ihrem neuen Lied stimmt sie auf Reisen im Zeichen der Rose ein, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Im vorigen Jahr nutzten rund 80 000 Gäste die Arosa-Flusskreuzer. Die Auslastung stieg um fünf, der Umsatz sogar um 23 Prozent. Die insgesamt 650 Mitarbeiter (allein 50 pro Schiff und 80 in der Zentrale auf der Rostocker Holzhalbinsel) können optimistisch nach vorn schauen. Zumal der in diesem Jahr angesteuerte Jahresumsatz schon zu 82 Prozent gebucht sei, wie Geschäftsführer (CEO) Jörg Eichler berichtet.

Damit hat sich Arosa von der derzeitigen Marktentwicklung abgekoppelt, die nach den Unternehmen Deilmann mit Nicko Tours erst in diesem Jahr einen weiteren bekannten Anbieter von Flussreisen in die Pleite führte. Und die Rostocker sind mit ihrer Flotte weiterhin auf Wachstumskurs. Als Schlüssel zum Erfolg wertet Eichler die strategische Ausrichtung als Premiummarke, die Komplettangebote aus einer Hand und die Hinwendung auch zu ein wenig jüngeren Gästen.

Arosa wird als Alternative zur modernen Städtereise und zum kürzeren Zweiturlaub angenommen. Dabei, so betont Eichler, werde auf Qualität gesetzt, ein Verramschen der Reisen wie bei einigen anderen Anbietern gebe es nicht. Wenn es weiterhin so gut laufe, könne im nächsten Jahr mit den Gesellschaftern durchaus der Bau eines weiteren Schiffes ins Auge gefasst werden.

Hauptgesellschafter des Unternehmens ist die holländische Waterland Private Equite aus Düsseldorf. Gegenwärtig umfasst die Flotte elf Schiffe. Die im vergangenen Jahr in Dienst gestellte „Arosa Flora“, wie die zuvor gebaute „Arosa Silva“ so genannte Zweieinhalb-Decker, gelten als effizienteste Flusskreuzer auf dem Markt.

Alle Schiffe, die auf der Donau, auf Rhone/Saone und auf Rhein, Main, Mosel in Fahrt sind, wurden auf der Rostocker Neptun-Werft gebaut.

Das Design und die Geräumigkeit der Kabinen, die auch die Handschrift der Aida-Architekten tragen, ist bei den Passagieren beliebt. Bei der Rostocker Werft, wo gegenwärtig die für dieses Jahr letzten Neubauten für Viking Cruises abgeliefert werden und nun wieder Sektionsbau für Papenburg und der Bau eines weiteren Gastankers die Kapazitäten auslasten soll, würde man sicher Neubaupläne des Rostocker Partners begrüßen.

Für die Saison 2016 hat sich die Rostocker Reederei einige Neuerungen einfallen lassen. So werden die Donau-Schiffe künftig in Engelhartszell, statt wie bisher in Passau-Lindau, ablegen. Das erspart ihnen 22 Flusskilometer und unkalkulierbare Wartezeiten an der Schleuse Jochenstein, wo oft eine lange Schlange von Schiffen den Fahrplan beeinträchtigt.

Der Shuttle der Passagiere und die Schiffsversorgung würden abgesichert, versichert Markus Zoepke, der für die operative Lenkung der Flotte verantwortliche Arosa-Manager (COO). Sein Team hat in Chur in der Schweiz seinen Sitz.

Der neue Katalog, den Eichler und Zoepke vergangene Woche in Hamburg und München vorstellten, bietet drei neue Städtereisen an. Für besonders gefragte Anlaufziele wie Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen auf dem Rhein beziehungsweise Arles, Lyon und Avignon auf der Rhône ist eine längere Verweildauer eingeplant. Gemäß einer von den Rostockern durchgeführten Studie wird neben der Zielgruppe der über 50-jährigen das Augenmerk auch auf Paare ab 40 mit schulpflichtigen Kindern, Alleinreisenden und Gruppen gerichtet.

Vorgesehen ist so beispielsweise eine Ausweitung der Betreuungsangebote für Kinder im Sommer nach erfolgreichen Tests auch zur Osterferienzeit. Während sie unter Anleitung spielen, basteln und Sport treiben, können die Eltern unbeschwert die Reise genießen.

Ein Beispiel, dem inzwischen auch andere Unternehmen wie Disney folgen. 5,9 Millionen Deutsche, so besagt die Marktforschung, können sich eine Flusskreuzfahrt vorstellen. Die Arosa Flussschifffahrt GmbH wirbt dafür mit ihrer attraktiven Markenbotschafterin. Die Schauspielerin und Sängerin, die mit ihrer Familie auch selbst schon mit zwei Arosa-Kreuzern auf Reisen war, kam bei der Vorstellung des Katalogs förmlich ins Schwärmen.

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