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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. September 2017 | 13:49 Uhr

Rostock-Laage : Flughafen setzt Chef vor die Tür

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gesellschafter berufen überraschend Geschäftsführer Carsten Herget ab

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Der Flughafen Rostock-Laage kommt nicht in ruhigeres Fahrwasser: Am Mittwoch wurde der überraschende Rausschmiss des Geschäftsführers Carsten Herget bekannt – nach gerade einmal eineinhalb Jahren an der Spitze des hoch defizitären Airports. „Gründe für die Trennung liegen vor allem in unterschiedlichen Auffassungen zur Führung eines öffentlichen Unternehmens“, sagt Jochen Bruhn, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Details wurden nicht mitgeteilt. Beide Parteien hätten Stillschweigen vereinbart.

Vertreter der Hansestadt Rostock, des Landkreises Rostock sowie der Stadt Laage hatten sich am Mittwoch zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung getroffen, um über die Personalie Herget zu beraten. Sie verständigten sich darauf, ihn mit sofortiger Wirkung abzuberufen. Offenbar hatte der Dauerstreit um die Finanzierung und zu geringe Passagierzahlen das Verhältnis belastet. Vor nicht einmal zwei Wochen hatte es bereits eine schlechte Nachricht für den Flughafen gegeben: Die vor Kurzem neu gegründete Fluglinie Rostock Airways ist nicht mehr am Markt aktiv, wie aus einer Mitteilung des Verkehrsministeriums hervorging. Dabei hatten sowohl das Land als auch die Gesellschafter, die seit Jahren hohe Zuschüsse an Rostock-Laage zahlen, enorme Erwartungen an die Airline. Verbindungen nach Kopenhagen, Frankfurt und München sollten endlich mehr Passagiere bringen. Die erwartetet Steigerung der Fluggäste war auch ausschlaggebend für eine Verdoppelung des Landeszuschusses auf einen Million Euro bis 2017 gewesen. Noch bei der Übergabe des Fördermittelbescheids im Februar sagte Herget, der Flughafen habe nun eine solide Planungsgrundlage.

Kommissarisch übernimmt Steffen Knispel die Geschäftsführung, teilte die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding mit. Die Gesellschafter wollen sich umgehend mit dem Aufsichtsrat und dem zuständigen Energieministerium über eine Neuausschreibung der Position verständigen. „Schwerpunkt für die Zukunft muss neben der weiteren Entwicklung des Flughafens die Ausfinanzierung des Unternehmens bleiben“, so Bruhn. Die Stadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage steuern als Gesellschafter jährlich 1,8 Millionen Euro bei.

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