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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. August 2017 | 21:34 Uhr

Flughafen Rostock-Laage braucht Finanzspritze

vom

Rostock/Laage | Das Loch in der Kasse des Flughafens Rostock-Laage ist offenbar größer als bislang bekannt. In diesem Jahr müssen insgesamt 2,55 Millionen Euro Verlust ausgeglichen werden. Bislang hatte Flughafenchefin Maria Anna Muller lediglich ein jährliches Minus von 2,25 Millionen Euro angegeben.

Die Rostocker Bürgerschaft entscheidet deshalb heute über eine zusätzliche Finanzspritze in Höhe von 250 000 Euro für die Flughafen GmbH. "Das ist die Grundlage dafür, dass auch vom Land mehr Geld gezahlt wird", sagt Jochen Bruhn, Geschäftsführer der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV), der Hauptgesellschafterin des Flughafens. Denn das Land habe in der vergangenen Woche zugesagt, eine viertel Million zusätzlich zu seiner ohnehin geplanten Sonderbedarfszuweisung von 500 000 Euro zu zahlen. Allerdings ist das an eine Bedingung geknüpft: Sowohl die Gesellschafter als auch die Flughafengesellschaft selbst sollen ebenfalls einen Beitrag leisten - in gleicher Höhe. Bis Ende der Woche will das Land einen Nachweis sehen.

Wie die finanziell stark strapazierte Flughafen GmbH ihren Anteil aufbringen soll, ist unklar. Denn: "Ohne Sonderbedarfszuweisungen des Landes ist die Liquidität des Unternehmens nicht mehr gegeben", heißt es in der Dringlichkeitsvorlage, über die die Bürgerschaft heute berät. Fest steht, dass die viertel Million als Gesellschafteranteil nicht an Rostock allein hängen bleiben soll. Die Hansestadt, die über ihre Tochter RVV mit rund 54 Prozent den Großteil der Flughafenanteile hält, will sich einen Teil von den Mitgesellschaftern, der Stadt Laage und dem Landkreis Rostock, zurückholen.

Die jährlichen Zahlungen der Gesellschafter zum Verlustausgleich belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro. Ein Teil des in diesem Jahr zusätzlich aufgelaufenen Minus stammt bereits aus dem Jahr 2010. Knapp 145 000 Euro wurden als so genannter Verlustvortrag mitgenommen. Dennoch betont Bruhn: "Die Verluste in diesem Jahr sind nicht höher als geplant." So waren im Wirtschaftsplan des Flughafens laut Bruhn von vornherein 800 000 Euro vom Land vorgesehen - statt der seit 2008 gezahlten Zuweisungen von jährlich einer halben Million.

Fraglich ist, ob der Flughafen trotz einer aktuellen Zusage des Landes, sich dauerhaft zu beteiligen, aus der Krise kommen kann. Schwerin hatte angekündigt, für 2012 und 2013 jeweils 500 000 Euro als festen Flughafenzuschuss in den Landeshaushalt aufzunehmen. 2014 und 2015 sollen je 400 000 Euro und 2016 nur noch 300 000 Euro fließen.

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erstellt am 06.Dez.2011 | 09:25 Uhr

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