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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 02:09 Uhr

Dummerstorf : Flüchtlingen den Start erleichtern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Dummerstorf nimmt ab Sonntag erste Asylbewerber aus der Ukraine auf / Bürgermeister wirbt für Toleranz und Unterstützung

von
erstellt am 27.Jan.2015 | 07:50 Uhr

Schon am kommenden Sonntag nimmt die Gemeinde Dummerstorf die ersten Flüchtlinge auf. Sie werden im Auftrag des Landkreises in dezentralen Wohnungen untergebracht. Auch in den Wochen danach werden weitere Asylbewerber folgen. Erwartet werden in erster Linie Menschen aus der Ukraine und dem russischsprachigen Raum. Darüber haben Bürgermeister Axel Wiechmann (CDU) und Rainer Boldt, stellvertretender Landrat, gestern Abend rund 200 Einwohner bei einer Bürgerversammlung informiert.

„Wir wollen uns dieser neuen Aufgabe stellen. Gleichzeitig möchte ich für Toleranz und Unterstützung werben, Ängste und Vorurteile abbauen“, bezog Wiechmann mit seinen Eröffnungsworten klar Stellung. Untergebracht werden die Menschen in Wohnungen, die der Landkreis anmietet und mit dem Nötigsten ausstattet. Gerade in den vergangenen drei Jahren sei die Zahl der Flüchtlinge stark angestiegen, informierte Boldt. Gleichzeitig verwies er auf einen Anteil von lediglich 2,1 Prozent der gesamten Asylbewerber in Deutschland, die auf Mecklenburg-Vorpommern entfielen. „Derzeit leben rund 1000 Flüchtlinge im Landkreis Rostock, nach jetzigen Prognosen kommen im nächsten Jahr 600 bis 800 hinzu“, so der stellvertretende Landrat. Darunter auch jene 25 bis 35 Menschen, die in Dummerstorf ein vorläufiges zu Hause finden sollen. „Ohne ihre Hilfe geht es allerdings nicht“, appellierte Boldt auch an die anwesenden Bürger der Gemeinde.

Bei ihnen war der Grundtenor überwiegend positiv. „Wir sollten eine Willkommenskultur schaffen und überlegen, wie wir die Flüchtlinge begrüßen können“, forderte Wolram Vormelker. Auch Marianne Sydow und Frank Bollensdorf boten spontan ihre Hilfe an und erkundigten sich nach Möglichkeiten, die neuen Bewohner mit materiellen Dingen zu unterstützen. Eike Borowski, Pastorin in Kavelstorf, und Angelika Blümecke, Leiterin des Dummerstorfer Mehrgenerationenhauses, luden alle Interessierten am Donnerstag um 18.30 Uhr zu einem Helferkreis ein. „Dort möchten wir in kleiner Runde darüber sprechen, wie wir die Flüchtlinge unterstützen können“, so Blümecke.

Doch auch kritische Stimmen wurden aus den Reihen einer kleinen Gruppe immer wieder laut. Die fehlende Unterstützung für die jetzigen Bewohner der Gemeinde wurde hier ebenso thematisiert wie die Angst vor Straftaten und Überfremdung.

Der Großteil der Anwesenden bot diesen Ängsten und Vorurteilen jedoch die Stirn. „Warum müssen wir jetzt so einen Terror machen? Lassen wir die Menschen doch erst einmal ankommen und helfen wir ihnen, sich hier einzugewöhnen“, fordert Hannelore Quolke mit Nachdruck.

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