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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 12:22 Uhr

Seehafen rostock : Flüchtlinge im Fernbus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Viele wollen nach Skandinavien / Zahl der Fälle allein im Juli bei mehr als 50 Prozent

Immer mehr Flüchtlinge nutzen internationale Fernbusse, um über die Hansestadt weiter nach Skandinavien zu gelangen. Zu diesem Ergebnis kommt die Rostocker Bundespolizeiinspektion, nachdem sie aktuell vermehrt solche Fälle festgestellt hat. Demnach lag allein im Monat Juli die Quote der aufgegriffenen Flüchtlinge, die per Fernbus nach Skandinavien gelangen wollten, bei mehr als 50 Prozent.

Auf ihrer Flucht erreichen die Menschen entweder direkt den Rostocker Seehafen oder fahren erst bis zum Hauptbahnhof, um von hier aus weiter Richtung Hafen und dann per Fähre nach Skandinavien zu gelangen. Allein in den vergangenen Tagen gab es drei solcher Fälle.

Nachdem Beamte bereits am Dienstag einen alleinreisenden 13-jährigen Jungen aus Afghanistan in einem Fernbus ausfindig machen konnten, trafen Bundespolizisten im Rahmen einer Kontrolle im Seehafen am Mittwochvormittag auf eine siebenköpfige Familie aus Syrien. Diese befand sich in einem Fernbus und wollte nach Dänemark weiterreisen. Jedoch konnte sich keines der Familienmitglieder ausweisen.

Bei der Familie handelte es sich um vier Männer im Alter von 19, 21, 30 und 51 Jahren sowie eine Frau (25) und zwei Kinder (11 und 12). Während der Befragung gab die Familie an, über die Türkei, Griechenland, Serbien und Österreich nach Deutschland gelangt zu sein. Hierbei waren sie zu Fuß, mit dem Auto oder per Zug unterwegs, bevor sie schließlich einen Fernbus nutzten.

Außerdem berichtete die Familie den Polizisten, dass sie allein für die Teilstrecke von der Türkei nach Griechenland 2700 Euro an Fluchthelfer zahlen mussten. Auch danach sollten die Syrer immer wieder Geld an die Schleuser zahlen, um ihre Reise fortsetzen zu können.

Nachdem die siebenköpfige Familie durch die Polizisten im Rostocker Seehafen aufgegriffen wurde, stellte sie ein Schutzersuchen und wurde an die zentrale Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Horst/Nostorf verwiesen.

Donnerstagvormittag trafen Beamte der Bundespolizei bei einer Routinekontrolle im Seehafen erneut Flüchtlinge an. Diese entdeckten sie in einem Fernbus Richtung Dänemark. Es handelte sich bei ihnen um drei somalische Staatsangehörige. Die Männer im Alter von 20 und 22 Jahren wiesen sich bei der Kontrolle mit italienischen Fremdenpässen aus. Schnell stand für die Beamten jedoch fest, dass es sich dabei um Fälschungen handelte. Alle drei Pässe wiesen nämlich die gleiche Seriennummer auf.

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