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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 18:05 Uhr

Flüchtlinge finden Schutz

vom

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 07:27 Uhr

Gartenstadt | Etwa 230 Bewohner, davon 60 Kinder, beheimatet das Asylbewerberheim in der Satower Straße momentan. Beinah alle kamen illegal nach Deutschland. Die Flucht nach Europa ist für die Verfolgten dabei kaum bezahlbar, denn Schleuserbanden nehmen horrende Summen für die mehr oder weniger sichere Reise nach Europa. Die Menschen treibe die Angst vor religiöser, sexistischer oder politischer Verfolgung. Oder schier die Angst, in ihrem Heimatland nicht überleben zu können, verdeutlicht der Sozialarbeiter Steffen Vogt.

Die Mehrheit der Menschen kommt aus Afghanistan, aber auch viele Iraker, Iraner, Afrikaner, Palästinenser oder russische Kaukasier mussten flüchten. Häufig wären Großfamilien hoch verschuldet, hätten ihr Hab und Gut verkauft, nur um einen Sohn oder eine Tochter vor dem Tod zu schützen und die Flucht nach Europa zu finanzieren, sagt der Sozialarbeiter.

Vogt ist einer von fünf hauptamtlichen Mitarbeitern im Asylbewerberheim. Ergänzt wird seine Arbeit durch zahlreiche ehrenamtlich Tätige, die Deutschkurse oder Kinderbetreuung anbieten. Auch ein Wachdienst ist jeden Tag im Einsatz. Wenngleich die Bewohner des Heimes vorerst zwar der Verfolgung entronnen sind, leben sie weiterhin in Armut. Jeder Asylbewerber bekommt lediglich 62 Prozent des Regelsatzes für Arbeitslosengeld II, 196 Euro. Damit liegen sie weit unterhalb der Armutsgrenze. Der Betrag wurde seit 1993 nie an die seither gestiegenen Lebenserhaltungskosten angepasst. Von dem Geld müssen die Bewohner neben Lebensmitteln auch für alle anderen Lebensbereiche und Prozesskosten aufkommen.

Dieser schwierige Zustand wird von vielen Bewohnern jahrelang ertragen. "Wenn die Menschen hier ankommen, sind sie froh, endlich sicher, betreut und medizinisch versorgt zu sein, doch langjährige Bewohner sind zutiefst unzufrieden mit den Lebensbedingungen", sagt Vogt.

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