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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 20:41 Uhr

Blumenmeer : Floristen beweisen Kreativität

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Beim 19. Landeswettbewerb der Auszubildenden in der Nikolaikirche gehen zwölf Teilnehmerinnen an den Start. Die Branche kämpft um guten Nachwuchs.

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Eigentlich wollte Charlotte Dulke niemals Floristin werden, sondern viel lieber Fotografin. Doch dann entdeckte sie ihre Liebe zur Natur. Vor allem die Blumenwelt löste in ihr eine Faszination aus. Mittlerweile ist Charlotte Dulke im dritten Lehrjahr ihrer Floristen-Ausbildung. Am vergangenen Wochenende hat sie an dem von den Industrie- und Handelskammern Rostock, Schwerin und Neubrandenburg ausgeschriebenen Landeswettbewerb für angehende Floristen teilgenommen und für ihre Raumkomposition zum Thema Landlust einen Sonderpreis gewonnen. „Ich habe mir unter dem Thema einen gemütlichen Abend auf einer Terrasse vorgestellt. Dazu ein bisschen Wein, ein paar Kerzen und natürlich Blumen“, erklärt sie. „Das Schöne an dem Floristen-Beruf ist, dass man sich immer wieder neu verwirklichen kann.“

An dem Landeswettbewerb in der Nikolaikirche haben sich insgesamt zwölf angehende Floristinnen aus dem zweiten und dritten Lehrjahr beteiligt. Sie alle mussten innerhalb von 100 Minuten zwei Werkstücke anfertigen. Während die Azubis des zweiten Lehrjahres einen Blumenstrauß und eine Tischdekoration gestalten sollten, wagten sich die Azubis aus dem dritten Lehrjahr an einen Themenstrauß und eine Raumdekoration. Bewertet wurden die Arbeiten von einer Fachjury. Das Ergebnis: Grit Raselius von der BB-Gesellschaft für Beruf und Bildung sowie Caroline Braatz von Grönfingers konnten mit ihren Werkstücken überzeugen und den ersten Platz belegen. Dass in diesem Jahr lediglich zwölf Teilnehmerinnen beim Landeswettbewerb dabei waren, resultiere aus der schlechten Lehrstellensituation. Derzeit gebe es in ganz Mecklenburg lediglich 18 Betriebe die Lehrlinge einstellen. „In allen drei Ausbildungsjahren sind etwa 40 Jugendliche beschäftigt“, sagt IHK-Ausbildungsberaterin Christina Kubilis. Eine erschreckende Zahl findet auch Ute Osterloh, die bereits mehr als zwei Jahrzehnte bei der Kammer als Prüfungsleiterin tätig ist. „Es ist ja nicht so, dass die Unternehmen keinen Nachwuchs suchen. Aber sie finden keine geeigneten Bewerber“, erklärt sie. Nicht nur Kreativität zeichne gute Floristen aus, sondern auch kaufmännisches Geschick und kommunikative Fähigkeiten. „Im Grunde ist dieser Job ein sehr schöner. Immerhin sind Blumen dazu da, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten“, so Osterloh.

Der Gedanke des Schenkens war auch einer der Gründe, weshalb Michaela Stoll Floristin geworden ist. „Wir begleiten die Menschen ihr ganzes Leben lang, fertigen Sträuße für Geburtstage an und sind bei Hochzeiten dabei“, sagt sie. Und weil ihr Job für sie eine Berufung ist, arbeitet Stoll nebenbei als Ausbilderin beim Bildungsträger BB. Dort bringt sie angehenden Floristen wie Grit Raselius oder Charlotte Dulke ihr Handwerk bei. Dass es seitens der Schulabgänger so wenig Interesse an dem Job gibt, kann sie nicht verstehen: „Nach der Ausbildung gibt es für Floristen gute Jobperspektiven. Man kann den Meister machen, Berufsschullehrer werden und europaweit arbeiten.“

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