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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. September 2017 | 08:17 Uhr

#wirkoennenrichtig : Fleißig wie die Bienen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kleingartenverein Am Stadtpark profitiert bei der Obsternte vom alten Baumbestand

Auch im Stadtgebiet ist so manche schöne Kleingartenanlage zu finden und erfreut die dort ansässigen Rostocker mit viel Lebensqualität und nachbarschaftlichen Sozialkontakten. Die KGA Am Stadtpark feierte Anfang Juli ihr 100-jähriges Jubiläum, bei dem sich die 26 Parzellenbesitzer an einer Kaffeetafel trafen und viele Erinnerungen austauschten. Zum großen Geburtstag wurde sogar ein Buch veröffentlicht, zu dem die Hobbygärtner Texte sowie neue und alte Fotografien beisteuerten.

„Wir sind jetzt seit acht Jahren hier und haben viel Arbeit in unseren Garten gesteckt. Insbesondere die Hilfsbereitschaft untereinander hat sehr dazu beigetragen, dass unser Garten so schön geworden ist“, beschreibt Katrin Borgwardt ihre bisherigen Erfahrungen. Vor allem die Kinder hätten ihren Spaß und wollten auf ihr Paradies mit Schaukel und Gummipool nicht mehr verzichten, sagt sie.

Die Borgwardts sind eine vierköpfige junge Familie, die mit drei anderen Familien frischen Wind in den Altersdurchschnitt gebracht haben. Weitere sollen folgen. Besonders stolz sind die Parzellenbesitzer auf ihre alten Obstbaumbestände, wie beispielsweise die Apfelsorten Boskop und Hasenkopf. Mehrere Kirschsorten laden zum Naschen ein. Damit die Früchtchen gut gedeihen, sind fleißige Bienen angesiedelt worden. Chef des Geschehens ist der Vorsitzende Norbert Meiske, der immer ein offenes Ohr für seine 37 Mitglieder hat. „Früher waren wir mal 56 Parzellen, die 1972 zur Hälfte an das Industriekombinat Wartburg und Trabant abgegeben werden mussten“, erzählt er aus früheren Jahren und möchte auch auf keinen Fall weitere Parzellen verlieren.

Für die Zukunft wünscht er sich von seinen Mitgliedern einen verantwortungsvollen Umgang in der Schädlingsbekämpfung. „Schnecken gibt es trotz Schneckenkorn reichlich, aber ich habe schon lange keinen Igel mehr gesehen“, bedauert er und möchte Giftstoffe – auch wegen des Kindeswohls – möglichst aus der Anlage verbannen und sich im Sinne aller über ökologische Alternativen informieren. Viele nützliche Tiere wie beispielsweise der Vogelnachwuchs oder Igel würden durch den Verzehr vergifteter Insekten und Schnecken durch die Wirkstoffe Methiocarb, Methaldehyd, sowie mäuse- und rattenköderhaltiges Cumarin und Thallium bei der Nahrungsaufnahme ernsthaft geschädigt.

Auch Imker Walter Reise möchte das Hauptproblem Chemie in den Griff bekommen. Denn insbesondere Spritzmittel gegen Schädlinge sind der Hauptgrund, dass ihm neben dem ständigen Milbenbefall auch durch die Chemie einige Bienenvölker sterben. Gerade erst musste er drei Völker von insgesamt sieben neu anschaffen. „Sterben die Bienen aus, dann wird die Menschheit ernste Probleme bekommen, weil die Ernten ganz ausfallen“, beschreibt der 85-jährige Imker die Konsequenzen. Er appelliert an die Vernunft der vorwiegend jungen Hobbygärtner, die die Giftabteilungen der Baumärkte meiden sollten.

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