Flammen-Inferno in Bad Doberan

<strong>Zwei Stunden lang sind 65 Einsatzkräfte </strong>der Feuerwehren im Einsatz, um den Brand zu löschen. Zehn Personen wurden verletzt und mussten ambulant oder in der Klinik behandelt werden. <fotos>nonstopnews</fotos>
Zwei Stunden lang sind 65 Einsatzkräfte der Feuerwehren im Einsatz, um den Brand zu löschen. Zehn Personen wurden verletzt und mussten ambulant oder in der Klinik behandelt werden. nonstopnews

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27. Juni 2012, 07:15 Uhr

Bad Doberan | Vermutlich durch Brandstiftung ist am Dienstagabend gegen 22.20 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Kröpeliner Straße in Bad Doberan ein Feuer ausgebrochen. Insgesamt zehn Bewohner mussten von den Rettungskräften betreut werden - vier davon ambulant, sechs wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. In dem Haus mit der Nummer 22, das völlig zerstört wurde, wohnten drei Familien. Vier Bewohner, die zur Brandzeit im Haus waren, konnten sich unter zum Teil dramatischen Bedingungen retten oder wurden per Drehleiter in Sicherheit gebracht. Ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser verhinderten die Einsatzkräfte mit Mühe. Der Schaden soll sich auf rund 100 000 Euro belaufen. Das Haus ist derzeit unbewohnbar und wurde für die polizeilichen Ermittlungen abgeriegelt. Fünf Feuerwehren waren mit 65 Einsatzkräften im Einsatz.

Frau rettet sich mit Sprung aus dem Fenster

"Der Sachverständige war gestern vor Ort. Nach ersten Erkenntnissen können wir sagen, dass das Feuer im hölzernen Vorbau des Treppenhauses, wo die Briefkästen sind und Papier lagerte, ausgebrochen ist", sagt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow. Zur konkreten Ursache konnte er gestern aber noch keine Angaben machen. "Wir ermitteln wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung in alle Richtungen", so Frahm.

Nachdem das Feuer ausgebrochen war, breitete es sich rasend schnell im Haus aus. Als das erste Feuerwehrauto eintraf, stand das hölzerne Treppenhaus des Gebäudes bereits voll in Flammen, auch der Dachstuhl hatte Feuer gefangen. Eine jugendliche Hausbewohnerin konnte sich mit einem Sprung aus dem Fenster retten. Zwei weitere Bewohner wurden durch Hinweise von Zeugen mittels Steckleiter aus dem brennenden Inferno befreit. Bei dem Einsatz am Dienstagabend unterstützten Kameraden aus Kühlungsborn und Hohenfelde die Feuerwehr Bad Doberan. Vereint konnten sie ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern.

Nach zirka zwei Stunden hatten sie das Feuer unter Kontrolle, kurze Zeit später war der Brand gelöscht. In den frühen Morgenstunden loderten die Flammen erneut auf, sodass ein weiterer Löschangriff erforderlich wurde. Polizisten des Hauptrevieres Bad Doberan sperrten den Brandort ab. "Sie mussten gegen eine männliche Person Pfefferspray einsetzen, da diese wiederholt versuchte, in das Haus zu gelangen. Offensichtlich wollte der Mann sich als Retter hervortun", sagt Jörg Bruhn vom Polizeipräsidium Rostock. "Ob sein Wagemut durch die nicht unerhebliche Alkoholisierung von zirka 1,9 Promille Atemalkoholkonzentration begründet wurde, lässt sich nicht beantworten."

Zwei Stunden später brannte nur wenige Straßen weiter der Müllcontainer eines Restaurants. Durch das Feuer wurden die Fassade sowie ein Fenster des Wohn- und Geschäftshauses beschädigt. Auch in diesem Fall ist noch nicht bestätigt, ob es sich um Brandstiftung handelte. Auch ob ein Zusammenhang zwischen den Feuern besteht, war zunächst unklar.

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