Fish-Festival : Fish setzt Fokus auf Asyl-Themen

Gelungenes Miteinander: Camilla (l.) von „Rostock hilft“ und Heleen vom Verein Latücht aus Neubrandenburg realisieren Projekte mit Geflüchteten wie Ahmad aus Syrien.
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Gelungenes Miteinander: Camilla (l.) von „Rostock hilft“ und Heleen vom Verein Latücht aus Neubrandenburg realisieren Projekte mit Geflüchteten wie Ahmad aus Syrien.

Festival beschäftigt sich mit Migration und Integration

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21. Mai 2016, 14:45 Uhr

Wasiullah ist 15 Jahre alt, als er nach Dänemark kommt. Er ist allein, geflohen aus seiner Heimat Afghanistan. Nachts plagen ihn Albträume, tagsüber lebt er wie ein normaler Teenager – bis sein Antrag auf Asyl abgelehnt wird. Wasiullah flieht erneut, taucht unter, landet in Italien auf der Straße. Begleitet wurde sein Leben im Untergrund von Filmemacher Michael Graversen. Entstanden ist daraus die Dokumentation „Dreaming of Denmark“, die gestern Abend auf dem Fish-Festival gezeigt wurde.

Wasiullah ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten hätten die Aspekte Asyl, Flucht und Europa eine neue Dimension bekommen, sagt Festival-Veranstalter Arne Papenhagen. Tausende Geflüchtete kamen Ende 2015 in Rostock an. Ein Großteil reiste weiter, andere blieben. Während dieser Zeit formierte sich die Initiative „Rostock hilft“, die sich zunächst um den Empfang, die Unterbringung und Verpflegung sowie um die Weiterreise der Transitflüchtlinge kümmerte. „Auch aus unserem Team haben viele mitgeholfen. Uns hat die herausfordernde Situation sehr beschäftigt“, erinnert sich Papenhagen. Bei der Sichtung der Einreichungen für den Wettbewerb „Der junge deutsche Film“ sei ihm aufgefallen, dass sich auch die jungen Nachwuchs-Filmemacher in ihren Produktionen intensiv mit der Asylfrage auseinandersetzten. „Deshalb haben wir es zum Leitthema des diesjährigen Fish erklärt“, so Papenhagen. „Gleichzeitig geben wir Hilfsorganisationen eine Plattform, über ihre Arbeit zu informieren.“

So trafen sich gestern der Verein Latücht und die Mitglieder von „Rostock hilft“ zum Erfahrungsaustausch. Die Situation der Neuankünfte habe sich entspannt. „Mittlerweile beschäftigen wir uns fast ausschließlich mit Migrationsarbeit. Wir organisieren Sprachkurse, helfen bei der Wohnungsunterbringung oder bei der Jobsuche“, erklärt Camilla von „Rostock hilft“. „Seit letzter Woche sind wir ein Verein. Das heißt, wir haben nun mehr Spielraum, Projekte anzugehen.“

Der Verein Latücht aus Neubrandenburg arbeitet beispielsweise mit Geflüchteten in einer Medienwerkstatt zusammen. „Für uns stellen die Migranten eine große Chance dar. Sie sind oft gut ausgebildet, sprechen englisch und haben einen Sinn für Kunst. Wir profitieren davon“, sagt Heleen Gerritsen, die sich innerhalb des Vereins um das Film-Festival „dokumentArt“ kümmert.

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