Fischerfest steht auf der Kippe

<strong>Das Feuerwerk</strong> am Schwanenteich ist ein Höhepunkt beim Fischerfest
Das Feuerwerk am Schwanenteich ist ein Höhepunkt beim Fischerfest

svz.de von
15. Januar 2013, 10:20 Uhr

Reutershagen | Mit einem Programm aus Musik, Feuerwerk und Spielen für Kinder lockt das Fischerfest Jahr für Jahr tausende Besucher an den Schwanenteich in Reuterhagen. Doch ausgerechnet im Jahr des 50. Jubiläums steht ein großes Fragezeichen hinter der Veranstaltung. Grund: Zwischen den Spenden und den Kosten von rund 20 000 Euro klaffe eine Lücke, sagt Frank Lüttgerding, Geschäftsstellenleiter des Rostocker Freizeitzentrums (RFZ), der das Fest in Zusammenarbeit mit dem Großmarkt Rostock organisiert. Während die Kosten gestiegen seien, habe die Spendenbereitschaft nachgelassen. "Schon in den vergangenen Jahren hatten wir keine schwarze Null mehr", sagt Lüttgerding.

Hinzu kommt, dass die Hansestadt plane, die Fördermittel für das Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) in Reutershagen in diesem Jahr um rund 35 000 Euro zu kürzen. "Das macht eine Personalstelle aus", sagt der Geschäftsstellenleiter. Ohne ausreichend Personal keine Organisation und Durchführung des Stadtteilfestes - "Das ist in diesem Jahr nicht mehr zu leisten", sagt Lüttgerding. Und auch die Mittel aus dem eigenen Haushalt, die das SBZ in den vergangenen Jahren für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt habe, fielen nun weg. Die Ressourcen sind knapp.

Ein Höhepunkt für alle Altersgruppen

Sollte das Fischerfest dem Sparzwang zum Opfer fallen - Peter Jänicke (Linke), Vorsitzender des Ortsbeirats Reutershagen, würde das bedauern. Seit mehr als 50 Jahren wohnt er in dem Rostocker Stadtteil und hat auch schon die ersten Fischerfeste miterlebt. "Die Veranstaltung gehört einfach dazu", sagt er. "Sie ist eine gute Tradition." Müsse das Stadtteilfest gestrichen werden, fehle ein Höhepunkt im Jahr, der bei allen Altersgruppen beliebt sei. Deshalb und "weil das in diesem Jahr ein Jubiläumsfest werden könnte, bin ich daran interessiert, dass es stattfindet", sagt Jänicke. Dennoch verschließt er nicht die Augen vor den Problemen der Finanzierung. Um die Leute anzulocken, müsse man ohnehin schon viel Geld in die Hand nehmen. Doch wenn dann auch noch das Budget gekürzt werde, werde es schwierig. "Vielleicht müssen wir erst mal ein Jahr sparen", sagt der Ortsbeiratsvorsitzende. Bislang gebe es noch keine Lösung. Die Diskussionen hätten gerade erst begonnen.

RFZ-Geschäftsstellenleiter Frank Lüttgerding will in der kommenden Woche im Gespräch mit dem Großmarkt Rostock ausloten, was machbar ist und was nicht. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren Mittel für den kulturellen Teil des Festes beigesteuert. Auch Sponsoren wie die Rostocker Wohnungsgenossenschaften hatten die Veranstaltung in Reutershagen unterstützt. Doch um die Kosten zu decken, sind noch weitere Sponsoren nötig. "Diese können auch mit Ressourcen helfen oder eine kostenlose Leistung erbringen", sagt Lüttgerding. Aber selbst wenn dieses Problem gelöst wäre, bliebe noch ein großes Fragezeichen: Wer kümmert sich um die Logistik, wenn das RFZ das nicht mehr kann? Solange es darauf keine Antwort gibt, steht auf der Kippe, ob das Fischerfest in diesem Jahr wie geplant vom 14. bis 16. Juni stattfinden kann. "Es wäre schade, wenn das traditionellste Fest in Rostock noch nicht mal das 50. Jahr erreicht", sagt Lüttgerding.

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