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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 01:05 Uhr

Rostock : Fischereihafen knackt die Million

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Trotz massiver Einbrüche beim Holzumschlag wurde die Zielmarke zum vierten Mal in Folge eingehalten

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) hat mit 1,15 Millionen Tonnen umgeschlagener Güter im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge die Millionenmarke geknackt. Steffen Knispel, der im Oktober Daniele Priebe als Geschäftsführer abgelöst hat, will dieses Niveau auch in den kommenden Jahren halten. Er sagt: „Langfristig sind eine Million Tonnen pro Jahr unsere Zielmarke.“

Um sie zu erreichen, gehen er und sein Team zwei größere Investitionen an: den Ausbau des Liegeplatzes 27 und die Einrichtung einer Lagerfläche für Schüttgut. Die planerischen und baurechtlichen Voraussetzungen für den erweiterten Liegeplatz liegen bereits vor. Er soll nach Abschluss der Arbeiten über eine Kailänge von 110 Metern verfügen, Baustart ist noch in diesem Jahr. Auch die 10 000 Quadratmeter umfassende Schüttgutfläche auf dem nördlichen Hafengelände soll binnen Jahresfrist zur Verfügung stehen. Auf dem Areal ist zudem eine neue 3000-Quadratmeter-Halle geplant zur Zwischenlagerung von Düngemitteln. Insgesamt werden mehr als 6,5 Millionen Euro investiert.

„Eine kontinuierliche Verbesserung und der Ausbau der Infrastruktur werten den Rostocker Fracht- und Fischereihafen gleich mehrfach auf. Seine Wettbewerbsfähigkeit steigt, die Marktchancen erhöhen sich und er wird attraktiver für Investoren“, erklärt Knispel. Schon mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres habe der Hafen seinen Platz in der ersten Riege der Seeumschlagplätze in Mecklenburg-Vorpommern untermauert. „Dem RFH ist es im letzten Jahr trotz differenter Entwicklungen bei den verschiedenen Gutarten gelungen, an das sehr gute Jahresergebnis von 2015 anzuknüpfen und sich als leistungsstarker Universalhafen im Ostseeraum zu behaupten“, so Knispel. Damals hatte der RFH mit einem Güterumschlag von 1,34 Millionen Tonnen sein bisher bestes Ergebnis erzielt.

Das Defizit von 190 000 Tonnen im Vergleich zu 2015 resultiert vor allem aus einem rückläufigem Holzumschlag, eigentlich Kerngeschäft der Rostocker. Dieser sank um ein Drittel auf 586 000 Tonnen. Ursächlich dafür ist ein anhaltend großes Angebot von preisgünstigem Holz im Binnenland. Dieses ist unter anderem eine Folge der zurückliegenden Stürme – die Forstbetriebe verwerten noch immer die dabei beschädigten Bäume. Im Hafen führt das zur deutlichen Drosselung der Einfuhr von Rundholz. „Der seeseitige Holzimport ist sehr abhängig vom Markt“, erläutert Knispel. „Der Holzumschlag hat sich inzwischen auf 55 000 Festmeter pro Monat eingependelt, ein Niveau, das wir auch für 2017 erwarten.“

Das Defizit beim Holz sei aber zu einem großen Teil durch einen 37-prozentigen Anstieg beim Umschlag von Düngemitteln kompensiert worden. In diesem Bereich übertraf der RFH erstmals die Marke von 300 000 Tonnen, schlug 310 000 Tonnen um. Insgesamt wurde bei den Massengütern mit 531 000 Tonnen eine neue Rekordmarke gesetzt. Der Zuwachs betrug knapp 100 000 Tonnen. Steffen Knispel sieht darin den Kurs des RFH bestätigt, mit einem ausgewogenen Gutarten-Mix weniger anfällig für marktbedingte Schwankungen zu sein.

Strategisch rückt für den Geschäftsführer auch die weitere Entwicklung des Hafens als maritimes Gewerbegebiet stärker in den Fokus. Der zweitgrößte Seeumschlagplatz an der Warnow zählt dabei mit seinen 21 Liegeplätzen schon heute zu den größeren maritimen Gewerbegebieten in Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem 60 Hektar großen Gelände haben sich rund 160 Firmen angesiedelt. Die Branchenvielfalt reicht von Schiffsausrüstung über Offshore-Service bis hin zu Einzel- und Großhandel sowie Kfz- und Kreativwirtschaft.

Neben dem aktuellen Tagesgeschäft begleitet der Hafen auch die Traditionspflege am Fischereistandort Rostock-Marienehe. So unterstützt er das inzwischen 5. Traditionstreffen der DDR-Hochseefischer am 13. Mai. Am geschichtsträchtigen Schauplatz werden einstige Fahrensleute und Landmitarbeiter des volkseigenen Betriebs Hochseefischerei Rostock zusammenkommen.

 

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