Wirtschaft : Fischereihafen bricht Rekord

Der Holzumschlag hat mit 858 000 Festmetern den größten Anteil am Rekordergebnis.
Der Holzumschlag hat mit 858 000 Festmetern den größten Anteil am Rekordergebnis.

Umschlag steigt erstmals in 25 Jahren auf 1,34 Millionen Tonnen. Baustart für neuen Liegeplatz im zweiten Quartal vorgesehen

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12. Januar 2016, 08:00 Uhr

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) hat im abgelaufenen Jahr das beste Umschlagsergebnis seines 25-jährigen Bestehens eingefahren. Insgesamt gingen 1,34 Millionen Tonnen Güter über die Kaikante. Damit konnte er das Vorjahresergebnis noch einmal um rund 70 000 Tonnen steigern und im dritten Jahr in Folge die Eine-Million-Marke übertreffen.

Weitere Investitionen sollen diesen Erfolgskurs absichern. So ist unter anderem im nördlichen Hafenbereich der Bau des neuen Liegeplatzes 27 mit 110 Metern Kailänge vorgesehen. An diesen Umschlagplatz schließt sich eine Fläche von 14 000 Quadratmetern an, die zugekauft wurde. Der Baubeginn für den neuen Liegeplatz ist für das zweite Quartal 2016 avisiert. Zudem werden eine 10 000 Quadratmeter große operative Fläche für den Schüttgutumschlag sowie die Liegeplätze 4 und 5 im alten Bereich des Hafens erneuert und aufgerüstet.

Das Geld dafür kommt unter anderem von der Europäischen Union. Diese hatte die Projekte in einem vorgeschriebenen Notifizierungsverfahren als „gerechtfertigte und förderfähige Investition“ eingestuft und bestätigt. Der RFH bestand das Verfahren im ersten Anlauf. „Damit haben wir jetzt Planungssicherheit“, sagt Ronald Schulz, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Hafenwirtschaft. Für das neue Jahr strebe der Hafen an, „das erreichte hohe Umschlagsniveau der vergangenen Jahre zu verstetigen“, so Schulz.

Die Voraussetzungen dafür seien auch mit den zurückliegenden Investitionen geschaffen worden. Beispielsweise wurden 2015 neue Ladetechnik und eine zusätzliche dritte Lokomotive für den Bahnbetrieb angeschafft. Zudem installierte der RFH ein neues Datenverarbeitungssystem, um sämtliche Hafenabläufe besser vernetzen sowie effizienter und kundenfreundlicher gestalten zu können. Entstanden sind darüber hinaus in einer 4000 Quadratmeter großen Halle direkt an der Kaikante zusätzliche Flächen, die vor allem zur Zwischenlagerung von Düngemitteln genutzt werden.

„Trotz konjunktur- und marktbedingter Schwankungen in den verschiedenen Gutartbereichen hat der RFH sich als leistungsstarker Universalhafen im Ostseeraum erwiesen“, sagt Schulz. Umschlagstärkster Bereich war erneut das Holzgeschäft. Insgesamt 858 000 Festmeter wurden verladen. Nachdem zum Halbjahr ein Rekordergebnis von 463 500 Festmetern verzeichnet werden konnte, ging in den zurückliegenden sechs Monaten wieder weniger importiertes Rundholz über die Kaikante – die holzverarbeitende Industrie in Mitteldeutschland griff vorrangig auf einheimische Ware zurück, die nach orkanartigen Stürmen als Bruchholz angefallen war.

Deutlich angestiegen ist im Jahresvergleich zu 2014 der Getreideumschlag. Der RFH verzeichnete ein Plus von 30 000 Tonnen auf insgesamt 85 000 Tonnen. Mit 225 000 Tonnen blieb der Umschlag von Düngemitteln, der zweitwichtigsten Gutart im Fracht- und Fischereihafen, stabil auf hohem Niveau.

Derzeit beschäftigt der Hafen insgesamt 64 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. In den vergangenen zwei Jahren gab es 15 Neueinstellungen, womit auch ein Generationswechsel eingeleitet wurde.

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