Gesundes Arbeiten : Firmenchef setzt auf Prävention

Fit im Job: Fabian Gelke (l.) und Frank Müller sind überzeugt vom Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung während der Arbeitszeit. Katharina Küchle gibt Tipps beim Training.
Fit im Job: Fabian Gelke (l.) und Frank Müller sind überzeugt vom Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung während der Arbeitszeit. Katharina Küchle gibt Tipps beim Training.

Ex-Leistungssportler und heutiger Tischlermeister lässt Mitarbeiter zum Sport antreten / Ergebnis: weniger Verletzungen und Ausfälle

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19. Januar 2016, 16:00 Uhr

Ein starker Rücken ist das Fundament bei schwerer, körperlicher Belastung. Da hilft nur sportliche Betätigung und Aufklärung, um Haltungsfehler am Arbeitsplatz zu vermeiden. Das haben inzwischen auch die Betriebe in und um Rostock erkannt und rund 20 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen arbeiten bereits mit der Krankenkasse IKK-Nord zusammen, um Prävention direkt vor Ort am Arbeitsplatz zu betreiben.

So hat sich beispielsweise die Tischlerei Mobili Art aus Klein Schwaß mit dem Präventionscenter der Krankenkasse in Verbindung gesetzt, damit auch alle Mitarbeiter mobil bleiben. Jetzt wird einmal die Woche für 20 Minuten Firmensport mit einer Sporttherapeutin organisiert. Tischlermeister und Firmenchef Josef Brenner verbucht die fehlenden Arbeitszeiten im Betrieb zugunsten des Sports unter dem Posten „Gesunde Mitarbeiter und weniger Krankmeldungen“.

Als ehemaliger Leistungssportler hat er längst erkannt, dass gerade im Handwerk und auf dem Bürostuhl manches Rückenleiden vorprogrammiert ist. „Durch die Integration des Fitnessprogramms in die Arbeitszeiten sind auch alle Mitarbeiter verpflichtet, an der Maßnahme teilzunehmen“, beschreibt Brenner das Selbsthilfeprogramm gegen Verspannungen und Hexenschuss. Ein wichtiger Faktor ist auch die Vermeidung von Haltungsfehlern während des Arbeitsvorgangs.

„Am Anfang stand eine Analyse der zwölf Mitarbeiter. Wir haben uns vor der Erstellung des Trainingsplans am Arbeitsplatz umgesehen und sofort Haltungsfehler korrigiert“, sagt die Gesundheitswissenschaftlerin des Präventionscenters Katharina Küchle. Zum zehnminütigen Training erhalten alle Teilnehmer ein weiteres zehnminütiges Training, welches auf sie individuell zugeschnitten ist. „Jetzt wissen alle, wie man sich richtig bewegt und wie man Hilfsgeräte richtig einsetzt“, freut sich der Chef, denn das Sportprogramm trägt bereits Früchte. Schon nach einem Jahr soll die Rate der Verletzungen und Krankheiten rapide zurückgegangen sein, so Brenner. Trainiert wird mit Rubberbändern, die gerne in Physiotherapien zur Lockerung und Aufbau der Muskulatur eingesetzt werden. Auch Arbeitsmittel, wie beispielsweise Holzstapel, kommen zum Einsatz. „Ich war erst skeptisch, aber ich bin wesentlich beweglicher geworden“, beschreibt der 56-jährige Tischler Frank Müller seine Trainingserfolge.

Zum Wohlbefinden gehört neben der physischen auch die psychische Seite. So werden von den Gesundheitsexperten vorab auch das Betriebsklima, Arbeitszufriedenheit, psychische und organisatorische Belastungen der Mitarbeiter unter die Lupe genommen. Auch bei der Ernährungsberatung wurde ein Blick in die Butterbrotdosen geworfen und erste Verhaltensänderungen wären zu beobachten gewesen, so Küchle.

Infos zur Betrieblichen Gesundheitsförderung erteilt die Ansprechpartnerin Antje Bastian von der IKK-Nord unter der Telefonnummer

0381/ 3671104

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