Rostock : Firmen zahlen Rekordsteuern

Insgesamt kassierte Rostock im Jahr 2015 rund 175,5 Millionen Euro Steuern.
Insgesamt kassierte Rostock im Jahr 2015 rund 175,5 Millionen Euro Steuern.

Im laufenden Jahr knackt die Hansestadt erstmals die 100-Millionen-Marke bei den Gewerbeabgaben. Pro Person kassiert sie 806 Euro Einnahmen. #wirkoennenrichtig

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30. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Wirtschaftsmacht Rostock: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte knackt die Hansestadt in diesem Jahr die Marke von 100 Millionen Euro bei den eingenommenen Gewerbesteuern. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) beziffert die Einnahmen auf rund 108 Millionen Euro. Darin seien zwar auch erhebliche einmalige Zahlungen von Firmen enthalten, aber „inzwischen sind unsere großen Unternehmen wie Liebherr oder EEW in einer Phase, in der sie normal Steuern zahlen“, so Methling. Dank legaler Tricks wie etwa Abschreibungen von Investitionen hätten sie das zuvor stets vermeiden können.

Bei seinem Amtsantritt 2005 hätten die Gewerbesteuereinnahmen noch bei nur rund 40 Millionen Euro gelegen, erklärt Methling. Im vergangenen Jahr waren es laut gerade veröffentlichter Steueranalyse 82,7 Millionen Euro – sie machten den größte Anteil an den Gesamtsteuereinnahmen in Höhe von 175,5 Millionen Euro aus. Diese seien gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent gestiegen, erklärt Finanzsenator Chris Müller (SPD) im Vorwort des Papiers. Damit liege Rostock aber dennoch hinter den durchschnittlichen Wachstumsraten im Land und im Bund.

Das gilt auch in Bezug auf das Steueraufkommen pro Person, bei dem der Unterschied noch deutlich größer ausfällt: „Das Netto-Pro-Kopf-Aufkommen belief sich in der Hansestadt Rostock auf 806 Euro und lag damit um 1,5 Prozent über dem Pro-Kopf-Aufkommen des Vorjahres“, so Müller. Im Bundesdurchschnitt sei es allerdings um sechs Prozent auf 1123 Euro, im Landesdurchschnitt sogar um neun Prozent auf 672 Euro gestiegen.

Den für einen Vergleich bereinigten Werten der Realsteueraufbringungskraft und der Steuereinnahmekraft zufolge können von den größeren Städten im Land Neubrandenburg und in Teilen Schwerin bessere Pro-Kopf-Zahlen als Rostock vorweisen. Die wichtigsten Steuereinnahmen der Hansestadt resultierten neben der Gewerbe- aus dem Gemeindeanteil an der Einkommens- und aus der Grundsteuer. So spülte allein die Grundsteuer B rund 22,5 Millionen Euro in die Stadtkasse, wobei der Großteil davon auf Mietwohn- und Geschäftsgrundstücke entfiel. Einfamilienhäuser machten nur knapp neun Prozent aus.

Aktuell liegt der Hebesatz bei der Grundsteuer B bei 480 Prozent, ab 2019 soll er auf 520 Prozent steigen. Davon betroffen wären neben Grundstücksbesitzern auch Mieter, auf die die Erhöhung umgelegt wird. Allerdings: Bis auf Greifswald mit ebenfalls 480 Prozent haben alle anderen größeren Städte in MV einen höheren Hebesatz festgelegt, Spitzenreiter Schwerin sogar 630 Prozent.

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