Rostock : Filmemacher aus Leidenschaft

Proben das Interview: die Vereinsmitglieder Dieter Hubert, Frank Schubert, Dr. Maria-Luise Hubert, Dr. Wolfgang Thiesen, Helmuth Koll, Ingrid Grimmer, Dr. Georg Grimmer, Ingo Braun, Joachim Hansen, Thomas Krüger und Bärbel Dudeck (v. l.).
Proben das Interview: die Vereinsmitglieder Dieter Hubert, Frank Schubert, Dr. Maria-Luise Hubert, Dr. Wolfgang Thiesen, Helmuth Koll, Ingrid Grimmer, Dr. Georg Grimmer, Ingo Braun, Joachim Hansen, Thomas Krüger und Bärbel Dudeck (v. l.).

Mitglieder des Hansefilmstudios Rostock berichten aus dem Studio auf der „Likedeeler“ über das Stadtgeschehen. Tradition reicht bis ins Jahr 1955 #wirkoennenrichtig

svz.de von
03. September 2017, 16:00 Uhr

Die derzeit 16 Mitglieder des Hansefilmstudios Rostock können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Denn bereits im Jahr 1955 wurde der Vorgänger, der Rostocker Filmzirkel beim Bezirkskabinett für Kulturarbeit Rostock, ins Leben gerufen. „Wir sind schon ein wenig stolz darauf, dass unser Verein auch etliche Tiefen gemeistert hat und noch heute besteht“, sagt Studioleiter Thomas Krüger, der seit 1972 dabei ist. „Als Jugendlicher suchte ich Anschluss an eine Foto-Gruppe, bin auf den Filmzirkel aber aufmerksam geworden, weil es da ein Schwarz-Weiß-Labor gab“, erinnert sich der 62-jährige Elektroniker in Altersteilzeit, der ein leidenschaftlicher Amateurfilmer ist.

Das trifft zweifelsfrei auch auf Bärbel Dudeck zu, die ab 1982 als erste Frau den damaligen Klub der Männer verstärkte. „Erst mehr als 20 Jahre später schloss sich uns mit Dr. Maria-Luise Hubert eine zweite Filmemacherin an. Wahrscheinlich haben Frauen vor der von uns eingesetzten, stets im Wandel befindlichen Technik doch ein wenig Respekt“, vermutet die 75-jährige ehemalige Kunsterzieherin. „Ziel unseres Vereins ist es, uns gegenseitig bei unserer filmischen Arbeit zu unter-stützen, Filme gemeinsam zu gestalten, betrachten und bewerten“, sagt Studioleiter Krüger. „Zudem fühlen wir uns auch als Chronisten der Zeit“, fügt Dudeck hinzu. Denn über die Jahrzehnte sind unzählige filmische Dokumente wie beispielsweise über den Bau des Rostocker Überseehafens zusammengekommen, aus denen der Verein hinsichtlich eines Projekts zur 800-Jahr-Feier Rostocks schöpfen kann.

Die Vereinsmitglieder, die ihr Studio auf dem MS „Likedeeler“ und während dessen derzeitiger Werftzeit Aufnahme beim Bürger-Fernsehsender der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern rok-tv in der Grubenstraße 47 gefunden haben, nehmen sich unter-schiedlicher Themen an. Von der Familienfeier oder der Urlaubsreise bis hin zu gesellschaftlichen Ereignissen, die Amateurfilmer halten viele Dinge fest. Auf Sendung gehen sie jeden dritten Donnerstag im Monat gegen 10.15 Uhr im offenen Kanal rok-tv, wo sie kürzlich über einen Besuch im Miniland Göldenitz berichtet haben. Im September stellen sie neutral die Frage „Wohin mit dem Traditionsschiff?“ in den Fokus. Ganz klar, dass sie auch dabei auf historisches Filmmaterial zurück-greifen können.

Vereinsmitglied Frank U. Schubert, der seit 2012 dabei ist, berichtet an jedem ersten Donnerstag im Monat aus dem Stadtteil Toitenwinkel, während Bärbel Dudeck über das Geschehen in der Rostocker Altstadt informiert. „Der Austausch von Ideen und Erfahrungen hier im Verein ist wichtig. Im eigenen Saft schmoren, das bringt nichts“, findet der 69-jährige Helmuth Koll, der von Schleswig-Holstein nach Rostock gezogen ist. Neben der Filmerei pflegen die Mitglieder auch einen freundschaftlichen Kontakt. Gern erinnern sie sich an Reisen nach Dänemark oder an Treffen mit Filmfreunden aus Waren und Schwerin in Ulrichshusen.

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