Neue Sparte : Figuren stürmen das Theater

„Einfach super lustig“ finden Ella (l.) und Helene die Vorstellung von Puppenspieler Karl Huck.
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„Einfach super lustig“ finden Ella (l.) und Helene die Vorstellung von Puppenspieler Karl Huck.

„Rotkäppchen“ feiert Premiere – seit gestern gibt es im Großen Haus noch mehr Vielfalt

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21. November 2014, 10:00 Uhr

Ein Wolf, der auch mal ein Hund ist, ein Rotkäppchen, das immer einen kessen Spruch auf den Lippen hat und ein Osterhase, der Amadeus heißt und das mit der Koordination beim Hüpfen noch nicht so ganz auf die Reihe bekommt – im Großen Haus des Volkstheaters ist gestern erstmals „Rotkäppchen und der Wolf oder die Macht des Schicksals“ aufgeführt worden. Damit hielt das Figurentheater als eine neue, von Intendant Sewan Latchinian mitgebrachte Sparte, offiziell Einzug in die Spielstätte.

Den Nerv des vornehmlich jungen Publikums hat die Inszenierung getroffen. Es wurde applaudiert, gejubelt und vor allem viel gelacht. Dass es bei dem eigentlich so brutalem Grimm’schen Märchen doch so harmonisch zuging, liegt wohl an Karl Huck. Der Puppenspieler brillierte gleich in mehreren Rollen. Ihm ist es nicht nur gelungen, die handgemachten Figuren, die ihren großen Auftritt zuletzt in Defa-Produktionen hatten, gekonnt in Szene zu setzen. Er hat auch als Erzähler und sogar als Schauspieler in dem 40-minütigen Ein-Mann-Stück überzeugt. Und weil das Stück nicht nur für Kinder gemacht ist, können sich die Zuschauer auch über Gags freuen, die vielleicht nur diejenigen verstehen, die die Grundschule bereits hinter sich gelassen haben. „Niemand will mit mir tanzen“, heult der Wolf beispielsweise durch den Wald.

„Rotkäppchen und der Wolf oder die Macht des Schicksals“ orientiert sich an dem Märchenklassiker und schafft es doch, eine eigene Interpretation zu sein. Am Ende kommen alle glimpflich davon, nicht nur das Rotkäppchen und seine Großmutter, sondern auch der Wolf. Gestorben darf woanders werden.

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