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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 10:35 Uhr

Rostock : Feuerwehr-Skandal: Ende gegen Zahlung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach einem Jahr stellt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen vorläufig ein

Eine Razzia bei der Freiwilligen Feuerwehr Rostock war vor einem Jahr Auslöser für einen beispiellosen Skandal. Feuerwehren im Streit, Retter im Streik und Gegenstand von Ermittlungen. Das alles ist nun offiziell ausgestanden. Die Ermittlungen im Rostocker Feuerwehrskandal sind gegen Geldauflagen vorläufig eingestellt worden.

„Zwei Männer aus der Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein müssen 500 Euro zahlen und auf sichergestellte Technik verzichten“, erklärte Staatsanwalt Martin Fiedler. Ergebnis der Ermittlungen sei zudem, dass in den Gerätehäusern in Groß Klein und Stadtmitte Geräte betrieben wurden, mit denen der Funk abgehört werden konnte. „Bei der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte konnten jedoch keine Tatverdächtigen ermittelt werden.“ Vor genau einem Jahr waren die Freiwilligen Feuerwehren in Rostock wegen des Verdachts auf Datenmissbrauch durchsucht worden.

In der Folge brach Streit zwischen den ehrenamtlichen Rettern, der Berufsfeuerwehr und der Stadtverwaltung aus. Ein zweiwöchiger Streik der freiwilligen Wehren im August und die zeitweise Suspendierung des Chefs des Stadtfeuerwehrverbandes markierten Tiefpunkte. In der Zwischenzeit konnte der Streit beendet werden. „Nach einem Jahr ist festzustellen, dass sich die Situation in der Feuerwehr Rostock beruhigt hat“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Alle Beteiligten hätten erkannt, dass die Ereignisse für das Erscheinungsbild der Feuerwehr bei den Bürgern der Hansestadt Rostock nicht gut gewesen seien. Stadtverwaltung, freiwillige Feuerwehren und Berufsfeuerwehr beraten regelmäßig gemeinsam. Probleme seien besprochen und Lösungen erarbeitet worden. „Wir haben immer beteuert, dass wir keine sensiblen Daten an Dritte weitergegeben haben“, sagt der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes, Steffen Grafe, zum Ende der Ermittlungen.

Mit Blick auf den Feuerwehrstreit bestätigte er die Einschätzung der Stadtverwaltung. „Wir haben uns wieder zusammengerauft und hoffen, dass so etwas nie wieder vorkommt.“ Die gemeinsame Arbeit sei konstruktiv und man arbeite auch an einer stetigen Verbesserung. Zwar habe es im Zuge der Auseinandersetzungen einige Austritte aus den freiwilligen Feuerwehren gegeben, diese seien jedoch durch neue Mitglieder wieder aufgewogen worden.


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