Gift-Unfall im EMV : Feuerwehr muss Kleidung abgeben

Gutachter sind gestern zusammen mit der Feuerwehr zur Brandursachenermittlung bei EMV im Einsatz gewesen.  Foto: dabe
Gutachter sind gestern zusammen mit der Feuerwehr zur Brandursachenermittlung bei EMV im Einsatz gewesen. Foto: dabe

Die Feuerwehr ist gestern noch einmal zum EMV-Entsorgungswerk ausgerückt. Nach dem Brand, bei dem ein Mitarbeiter und drei Feuerwehrleute verletzt wurden, ging es diesmal um die Untersuchung der Einsatzkleidung.

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31. Juli 2013, 06:41 Uhr

Bargeshagen | Die Feuerwehr aus Bargeshagen ist gestern Nachmittag noch einmal zum EMV-Entsorgungswerk ausgerückt. Nach dem Brand infolge einer Verpuffung, bei dem am Dienstagabend ein Mitarbeiter und drei Feuerwehrleute verletzt wurden, ging es diesmal um die Untersuchung der Einsatzkleidung. "Ein Großteil unserer Ausrüstung wurde bereits kurz nach dem Einsatz beschlagnahmt, luftdicht verpackt und in einem verschließbaren Container gelagert", sagt der Bargeshäger Wehrleiter Torsten Reske. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft war auch ein Brandursachenermittler vor Ort.

Um die Ursache für die gesundheitlichen Probleme der drei betroffenen Feuerwehrleute herauszufinden, wurden gestern Materialproben für Analysen genommen. Untersuchungsergebnisse liegen allerdings noch nicht vor. "Die Männer waren mit schwerem Atemschutz im Einsatz gewesen. Gut 20 Minuten, nachdem sie die Masken abgelegt hatten, klagten alle drei unabhängig voneinander über Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Übelkeit", so Reske. Er vermutet, dass die Kameraden - je einer aus Bargeshagen, Rethwisch und Bad Doberan - Ausgasungen ihrer Einsatzkleidung eingeatmet haben. Zwei der Männer konnten gestern, genau wie der Mitarbeiter von EMV, das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

In die Untersuchung des Vorfalls hat sich jetzt auch Umwelt-Minister Till Backhaus (SPD) eingeschaltet. Der Politiker, der in Bargeshagen wohnt, war beim Brand am Dienstagabend selbst vor Ort, um sich ein Bild von dem Einsatz zu machen. "Ich nehme die Sorgen der Bevölkerung natürlich sehr ernst", so Backhaus. Das täten auch die Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm) als zuständige Genehmigungsbehörde. "Auf meine Bitte hin wird das Genehmigungsverfahren für das Unternehmen nochmals überprüft", so der Minister. Die letzte Regelprüfung sei im August 2012 erfolgt und ohne Beanstandungen verlaufen. Nach dem Brand im vergangenen Jahr wurde EMV im Frühjahr dieses Jahres außerdem einer sicherheitstechnischen Prüfung unterzogen. Ergebnis: Die Anlagen waren in Ordnung.

Von den Bürgern angezeigte Geruchsbelästigungen würden laut Ministerium ebenfalls immer wieder zusätzlich zu normalen Messungen überprüft. Die Ergebnisse seien aber immer negativ, so Backhaus. Das Stalumm bereite derzeit Schallmessungen vor, um die Zahl der Lkw-Transporte zu und von EMV zu ermitteln. "Bei der Genehmigung ging man von 23 Lkw am Tag aus, inzwischen sollen es 40 sein", so Backhaus.

Laut Michael Schneider, Sprecher des Unternehmens Remondis, zu dem EMV gehört, hätte die Verpuffung am Dienstagabend keine nachhaltigen Schäden am Gebäude oder den Anlagenteilen verursacht. "Lediglich ein Lichtband ist in Mitleidenschaft gezogen worden, das kurzfristig instand gesetzt werden kann, sodass die Anlage im Prinzip umgehend wieder betriebsbereit ist", so Schneider. Das Unternehmen würde die Polizei und Gutachter bei deren Arbeit unterstützen. "Die Sicherheitsdatenblätter der restentleerten Fässer wurden der Polizei zur Unterstützung der Brandursachenermittlung zur Verfügung gestellt", so Schneider. Alle Sicherheitssysteme hätten einwandfrei und zufriedenstellend funktioniert, weshalb es laut Schneider zu keiner Kontamination des Außenbereiches gekommen sei.

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