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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 19:39 Uhr

Wirtschaftsplan : Feuerwache wartet auf Sanierung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Brandbekämpfer leiden unter maroden Wänden und Decken. 19-Millionen-Euro-Projekt scheitert bisher an Freigabe der Landesregierung.

von
erstellt am 28.Jan.2015 | 13:00 Uhr

Marode Bausubstanz, zu wenig Platz für zu viele Mitarbeiter und zu große Fahrzeuge, Probleme bei der Hygiene – die Hauptwache der Feuerwehr in der Erich-Schlesinger-Straße wartet seit Jahren auf ihre Sanierung. Eigentlich sollte in diesem Jahr der Startschuss für das 19 Millionen Euro teure Vorhaben fallen, doch das Land verweigerte die Freigabe. „Unser Wirtschaftsplan wurde im vergangenen Jahr komplett gestrichen, daran hing auch die Wache 1“, sagt Nico Seefeldt vom Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE).

Der KOE-Wirtschaftsplan für dieses Jahr muss ebenfalls noch von Bürgerschaft und Innenministerium bestätigt werden. Der Sanierungsstart verschiebt sich damit um mindestens ein Jahr. Derzeit geht der KOE vom Bauende 2020 aus. Weil die komplette Entkernung bei laufendem Betrieb unmöglich ist, soll neben dem Haus von 1983 ein Ausweichgebäude für die Leitstelle errichtet werden. „Sie ist das Herz und Hirn der Berufsfeuerwehr“, sagt Johann Edelmann, Chef des Brandschutz- und Rettungsamts.

Jeweils drei Mitarbeiter koordinieren dort unter Leitung von Stefan Kieckhöfer die Einsätze der Brandbekämpfer und des Rettungsdienstes. „Die Technik ist auf einem aktuellen Stand“, sagt Kieckhöfer. Für Mobiliar, Fenster und Gebäude gelte das nicht. „Die sind arg renovierungsbedürftig.“

Nach Abschluss der Sanierung soll die Leitstelle wieder zurückziehen. Der Rettungsdienst hingegen bleibt dauerhaft im Übergangsgebäude, um eine strikte Trennung von der Feuerwehr sicherzustellen. „Wenn wir hier einen Keim ins Gebäude bekommen, haben wir ein massives Problem“, sagt Edelmann. Erst eine räumliche Trennung könne die Einhaltung der Hygienevorschriften sicherstellen. Dieser Aspekt sei beim Bau der Wache Anfang der 1980er-Jahre noch nicht beachtet worden, so Edelmann: „Damals ist die Feuerwehr noch keinen Rettungsdienst gefahren.“

Der Umbau betrifft auch die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte. Derzeit ist sie in einem alten Straßenbahn-Depot in der Fahnenstraße eingemietet, soll aber künftig in die Südstadt ziehen. „Dadurch werden sich ihre Ausrückezeiten verlängern“, sagt Stadtwehrführer Steffen Grafe. „Viele Kameraden wohnen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt.“

 

Extra:

Ärger um Neubau in Dierkow

Die neue Feuerwache 10 am Dierkower Damm wird voraussichtlich nur in einer abgespeckten Variante gebaut. Laut Johann Edelmann, Chef des Brandschutz- und Rettungsamts, sollen zwischen 2016 und Ende 2017 ausschließlich die Voraussetzungen für den Einzug der Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes geschaffen werden. Das ursprünglich ebenfalls vorgesehene Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr sei hingegen auf unbestimmte Zeit verschoben. „Das ärgert die Freiwillige Feuerwehr Gehlsdorf“, sagt Edelmann. Die Kameraden dort warten schon lange auf den Neubau, in dem auch die Nachwuchsabteilung unterkommen sollte. In Gehlsdorf gibt es für die Jugendlichen keinen Platz. Ein Anbau könnte das Problem lösen, dafür aber sei der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung zuständig, so Edelmann. An dem Projekt habe sich sein Amt „ein bisschen die Zähne ausgebissen“.

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