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Aus dem Gerichtssaal : Feuer mit Todesopfer: Rostocker Brandstifter muss in Haft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen Frank S.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt das Urteil gegen Brandstifter Frank S. (46) bestätigt. Am 8. Juni 2015 war er vom Landgericht Rostock bereits wegen Brandstiftung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt worden. Die Verteidigung hatte einen Freispruch für Frank S. gefordert und war gegen das Urteil in Revision gegangen, was der BGH zurückwies. Mit dem Beschluss des Bundesgerichtshofes ist das Urteil jetzt unwiderruflich.

Insgesamt hat Frank S. bereits 25 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht, zum größten Teil wegen Gewaltdelikten. Die letzte Strafverbüßung endete vorzeitig im Mai 2014. Er wurde unter Führungsaufsicht gestellt. Kurze Zeit nach seiner Entlassung lernte er Francis B. (29) auf einer Grillparty kennen und zog zu ihr in den Beginenberg 31. Es gab öfter Eifersuchts-Streitigkeiten, die eskalierten, als die junge Frau mit Freunden eine Spritztour nach Berlin unternahm.

Den 24. Juli 2014 verbrachte Frank S. mit Freunden in Warnemünde am Strand. Sie leisteten sich etliche Eskapaden, indem sie von der Brücke in den Alten Strom sprangen und in einer Kaufhalle Kunden mit Melonen bewarfen. Nach einer Rempelei mit Jugendlichen auf dem Doberaner Platz landete Frank S. wieder im Beginenberg 31. Die Wohnung seiner Freundin im Erdgeschoss war nicht verschlossen. Frank S. entzündete Kerzen und verteilte sie auch in der oberen Etage. Im Dachgeschoss schlief der Hauswirt Konrad N.

Frank S., der die Gewohnheiten des 62-Jährigen kannte, sah trotzdem nicht nach, sondern entfernte sich aus dem Haus und ließ alles brennen. Konrad N. starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Frank S. bestritt die Tatvorwürfe bis zuletzt. Das Gericht glaubte den Zeugen, denen er von seiner Tat berichtet hatte. Es wertete als strafverschärfend die massiven Vorstrafen des 46-Jährigen, dass er mehrere Brandherde legte und seine Mutter zur Falschaussage anstiftete.

Das Gericht entschied sich gegen eine Sicherungsverwahrung, die die Staatsanwaltschaft beantragt hatte. Die Erfolgsaussichten einer Therapie seien gleich null. Das hätten die bisherigen 25 Jahre Haft gezeigt.

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