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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 01:17 Uhr

Rostock : Feuer-Alarm im Nordosten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Brandbekämpfer verfehlen erneut die selbst gesteckten Hilfsfristen / Neue Wache steht erst Ende 2017

von
erstellt am 24.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Wie schon in den Vorjahren hat die Feuerwehr auch 2014 massive Probleme gehabt, rechtzeitig ihre Einsatzorte im Rostocker Nordosten zu erreichen. Das zeigt eine Auswertung, die die Verwaltung jetzt vorgelegt hat. Die selbst gesteckte Acht-Minuten-Frist bis zum Eintreffen der ersten Kräfte wurde nur bei 4 der 16 Gebäudebrände eingehalten. Auch die Verstärkung benötigte in mehr als der Hälfte der Fälle länger als die anvisierten elf Minuten. In beiden Kategorien sollten die Hilfsfristen eigentlich zu 90 Prozent eingehalten werden.

„Im Nordosten kann das Schutzziel erst erreicht werden, wenn die Feuerwache 10 am Dierkower Damm errichtet worden ist“, heißt es in der Informationsvorlage für die Bürgerschaft. Der neue Stützpunkt soll bis Ende 2017 gebaut werden. Voraussetzung dafür ist im Juli die Zustimmung der Bürgerschaft zum geänderten Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Osthafen. In diesem wird der Feuerwehr eine konkrete Fläche gewidmet. Auch die Lärmbelastung für die Anwohner findet darin Beachtung. Sie soll tagsüber 60 und nachts 45 Dezibel nicht überschreiten. Möglich machen sollen das unter anderem eine geänderte Ausfahrt und eine Zwangsfreischaltung an der Ampel, die den Einsatz des Martinshorns beim Ausrücken überflüssig macht.

Für den Neubau hat der Kommunale Eigenbetrieb Objektbewirtschaftung und -entwicklung 3,9 Millionen Euro in sein Investitionsprogramm eingestellt. Die für die Erschließungsstraße in das Gewerbegebiet Osthafen benötigten 900 000 Euro hingegen sollen aus dem Etat des Tief- und Hafenbauamts fließen.

Im restlichen Stadtgebiet verfügt die Feuerwehr bereits über günstig gelegene Wachen. Das schlägt sich auch in der Auswertung nieder: Bei fast 80 Prozent der anderen 45 Gebäudebrände war sie innerhalb der acht Minuten vor Ort, die Frist für die Verstärkung wurde in den vorgegebenen 90 Prozent eingehalten. „Eine Analyse aller Einsätze hat ergeben, dass der Hauptgrund des Nichterreichens der vorgegebenen Norm in der Duplizität von Einsätzen lag“, heißt es in der Informationsvorlage. Bedeutet: Die Brandbekämpfer wurden zeitgleich an verschiedenen Orten beansprucht und mussten deswegen teils längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Zu den 61 Gebäudebränden kamen 317 andere Brände, 1800 technische Hilfseinsätze und 1345 Fehlalarme.

Darüber hinaus wurden die Einsatzkräfte durch Baustellen wie etwa am Mühlendamm oder Am Vögenteich behindert. „Fehlende Durchfahrtsbreiten, zugestellte Kreuzungsbereiche und nicht erreichbare Feuerwehraufstellflächen verzögern ebenfalls die Anfahrt beziehungsweise die Entfaltung vor Ort“, heißt es in der Vorlage.

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