Schwaan : Fehlplanung an der Alten Weide

Hier bahnt sich ein flachwurzelnder Baum seinen Weg. Er wurde einst in eine viel zu kleine Pflanzinsel gesetzt.  Fotos: Caroline Weißert
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Hier bahnt sich ein flachwurzelnder Baum seinen Weg. Er wurde einst in eine viel zu kleine Pflanzinsel gesetzt. Fotos: Caroline Weißert

Weil vor Jahren die falschen Bäume gepflanzt wurden, muss die Stadt nun 20 000 Euro in die Hand nehmen

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25. November 2014, 12:00 Uhr

Michael Sachse versteht die Welt nicht mehr. Der Schwaaner lebt im Wohngebiet Alte Weide und fühlt sich in seinem verklinkerten Häuschen eigentlich ganz wohl. Eins ärgert ihn jedoch massiv: Aufgrund einer Fehlplanung wurden hier die falschen Bäume gepflanzt, sodass sie inzwischen den Straßenbelag stark nach oben drücken.

„Hier wurden damals flachwurzelnde Linden- und Ahorn-Bäume in einen Quadratmeter große Pflanzinseln gepflanzt“, erklärt Andreas Warkentin, verantwortlich für den Baumschutz in Schwaan, und fügt hinzu: „Es liegt in der Natur der Dinge, dass diese wachsen und sich ihre Wurzeln nun unterirdisch ihren Weg bahnen.“ Entstanden ist dadurch an der Alten Weide inzwischen eine wahre Buckelpiste – ein Zustand, den Anwohner wie Michael Sachse und die Stadt so nicht hinnehmen konnten.

Ein Vor-Ort-Termin mit der unteren Naturschutzbehörde ergab, dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt ist und die Stadtvertreter beschlossen neben der Fällung ausgewählter Bäume auch eine Ersatzpflanzung. Inzwischen sei die Hälfte der ursprünglichen Bäume entfernt worden, bestätigt Warkentin. Zudem seien in Brookhusen ersatzweise Bäume gepflanzt worden, die dort nun die Allee entlang eines Gutsweges bilden.

In dieser Woche wurden die nun leeren Pflanzinseln entlang der Alten Weide neu bepflanzt. „Wir haben uns für so genannte Pyramidenbuchen entschieden. Das sind Tiefwurzler, die mit den Gegebenheiten gut zurechtkommen werden“, zeigt sich Warkentin zuversichtlich. Nur Michael Sachse blickt nun immer noch auf seinen alten Baum, dessen Wurzelwerk die Steine vor seiner Haustür teilweise schon fünf Zentimeter angehoben hat. „Ich habe mehrere Eingaben in den vergangenen zwei Jahren dazu gemacht und doch ist bei mir nichts passiert“, macht Sachse seinem Ärger Luft. Bei einer Begehung räumt Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer ein, dass er nicht wisse, warum dieser Baum nicht mit den anderen entfernt wurde. Diesbezüglich könne ein weiterer Antrag bei der unteren Naturschutzbehörde gestellt werden. Der Baum werde dann aber frühstens im kommenden Jahr ersetzt.

„Schön ist so eine Fehlplanung natürlich nicht – allein die bisherigen Arbeiten haben die Stadt rund 20 000 Euro gekostet und es ist abzusehen, dass weitere Bäume gefällt werden müssen“, sagt Mathias Schauer.

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