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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 21:45 Uhr

Fast-Friseurin zähmt jetzt Assumbo & Co

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2013 | 09:34 Uhr

Rostock | "Ich wäre auch gern Friseurin geworden", antwortet Kerstin Genilke auf die Frage, warum sie Tierpflegerin im Rostocker Zoo geworden ist und erzählt weiter: "Als ich ins Bewerbungsalter kam, erschien ein Artikel über die Ausbildung von Zootierpflegern in einer Illustrierten. Meine Mutter war begeistert und ich bewarb mich im Rostocker Zoo. Ich wurde genommen und absolvierte eine zweijährige Lehre." Heute ist die junge Frau die Chefin der Gorillas. Die Wege führten sie bereits in der Lehre zu den kleinen Affen und Menschenaffen. "Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich die Affen gleich toll fand. Es hat lange gedauert, bis ich mich mit ihnen angefreundet habe. Damals wurden die Tiere, insbesondere die Affen, noch ganz anders gehalten."

Nach der Lehre wurde Kerstin Genilke zunächst als Springer eingesetzt. Erst zur Wendezeit wurde eine Stelle bei den Menschenaffen frei, sie griff zu. Dass sei eine gute Entscheidung gewesen, sagt die 43-Jährige vor allem mit Blick auf das Darwineum. Da gerät die Tierpflegerin ins Schwärmen: "Früher hatten die Menschenaffen viel weniger Platz. Alles war einsehbar, es gab kaum eine Rückzugsmöglichkeit. Heute genießen sie die Bewegungsmöglichkeiten, lassen sich nur anschauen und beobachten, wenn sie dazu bereit sind."

Für Kerstin Genilke ist es wichtig, dass die Affen zu nichts gezwungen werden. "Sie werden nur manchmal etwas überredet. Zum Beispiel in einen anderen Käfig oder nach außen zu wechseln. Wenn mir die Affen anmerken, dass sie etwas sollen oder müssen, tun sie es erst recht nicht. Manchmal muss ich mich umdrehen und tief Luft holen. Am besten, ich tue immer schön gleichgültig", so Kerstin Genilke. Geduld, Ruhe, Humor und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse sind deshalb jeden Tag von ihr und ihren Kollegen gefordert.

"Wenn ich morgens zur Arbeit komme und sehe, wie die Affen zusammen spielen und toben, geht es mir auch super. Die Gorillamädchen Yene und Eyenga lachen, wenn sie spielen. Das ist ansteckend", sagt Kerstin Genilke. Sie kennt ihre Pfleglinge, bemerkt sofort, wann jemand nicht so gut drauf ist oder ein echtes Problem vorliegt. Wichtig ist, dass sie die Gorillas respektiert wie sie sind. "Passiert den Silberrücken mal ein Missgeschick, dass sie sich bekleckern oder beim Klettern ausrutschen, dürfte ich sie nicht auslachen. Das würden sie sehr übel nehmen", so die Affen-Mutti.

Auch in ihrer Freizeit kommt die leidenschaftliche Tierpflegerin an keinem Zoo vorbei. Führt die Urlaubsreise in eine andere Stadt, steht der Tierpark vor Ort auf dem Pflichtprogramm.

Wenn Kerstin Genilke sich zum Feierabend von ihren Gorillas verabschiedet, erwarten sie zu Hause die nächsten Vierbeiner: ihre vier Katzen sowie Meerschweinchen und Kaninchen.

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