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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 00:37 Uhr

Fahrscheine wieder teurer: Politiker sind empört

vom

svz.de von
erstellt am 07.Dez.2011 | 08:44 Uhr

Rostock | Ab dem 1. Februar 2012 wird das Bus- und Bahnfahren in Rostock wieder teurer. Das kündigte der Verkehrsverbund Warnow (VVW) gestern an. Nachdem die Kunden seit Februar bereits bis zu drei Euro mehr für Wochen- und Monatskarten zahlen müssen und zudem das Kurzstrecken-Ticket abgeschafft wurde, werden nun auch die Preise für Einzelfahrkarten, Tagestickets, Gruppen-Tageskarten, Schülertickets und Mobil60-Tickets erhöht.

Der kaufmännische Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), Jochen Bruhn, sagt: "Die Tarifanpassungen sind nötig, um einen Inflationsausgleich zu schaffen. Darüber hinaus müssen wir auch auf die steigenden Diesel- und Betriebskosten reagieren."

Begründung: Inflation und steigende Kosten

Für die Fraktionsvorsitzende der Linken, Eva-Maria Kröger, ist Bruhns Argument unhaltbar. Sie sagt: "Bei den Gehältern der Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs findet auch kein Inflationsausgleich statt." So entstünde ein Missverhältnis, das auch Johann-Georg Jaeger von den Grünen als ernsthaftes Problem erkennt. Er räumt jedoch ein: "Prinzipiell ist nichts gegen einen Inflationsausgleich zu sagen, den die RSAG betreibt."

Anette Niemeyer von Aufbruch 09 sieht das ganz anders und ist über die erneuten Preissteigerungen empört. Vor allem ein Fakt regt sie dabei besonders auf: Im Februar wurde das Kurzstrecken-Ticket gestrichen. Ersatz gab es damals im Form des Mobil60-Tickets, das nun ebenfalls einen Euro teurer wird. Niemeyer sagt: "Zunächst wurde das Seniorenticket günstig angeboten, um jetzt kräftig die Preise zu erhöhen." Sie hofft genau wie Kröger und Jaeger, dass es bald wieder ein Kurzstrecken-Ticket geben wird. Niemeyer sagt: "Wenn ich von der Südstadt bis Warnemünde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre, ist ein Preis von 1,80 Euro gerechtfertigt. Fahre ich jedoch nur zwei Stationen, ist das viel zu teuer."

Die RSAG prüft nun mittlerweile selbst, ob der Entschluss, das Ticket für Kurzstrecken abzuschaffen, nicht falsch gewesen ist. Darum nimmt das Unternehmen momentan eine Befragung seiner Fahrgästen vor. "Wenn wir einen größeren Bedarf feststellen, als wir vermutet haben, dann werden wir schnellstmöglich reagieren und die Kurzstrecke wieder einführen", so Bruhn.

Leistungsfähigkeit erhalten

Möglicher Unmut der RSAG-Fahrgäste über die Preiserhöhungen im Februar habe sich laut Bruhn bisher nicht in den Zahlen niedergeschlagen. Prof. Dieter Neßelmann, Aufsichtsratsvorsitzender der RSAG und Fraktionsvorsitzender der CDU, hält die erneuten Preisanpassungen 2012 für moderat. Er sagt: "Diese sind nötig, um die Leistungsfähigkeit der RSAG gewährleisten zu können."

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