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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 17:51 Uhr

Rostock : Fahrradjäger starten durch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nationale Anerkennung für die Idee des Start-Ups

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Als Studenten haben sie 2011 bei einem Ideenwettbewerb in Rostock punkten können – als zweite von 44. Heute überzeugen sie deutschlandweit: Die Rostocker Fahrradjäger haben beim nationalen Förderwettbewerb Gründen-Live den ersten Preis ergattert – aus 1000 Bewerbern. Oben drauf gab es die Wertschätzung einer Expertenjury aus erfolgreichen Gründern, Wirtschafts- und Medienexperten von VW, Google und Co.

„Wir hatten gar nicht damit gerechnet, weil sich so viele mit tollen Ideen beworben hatten“, sagt Steffi Wulf von den Fahrradjägern. Sie hatte im Juli die Bewerbung fertig gemacht. „Uns ging es um das Feedback unserer potenziellen Kunden, aber auch um die Aufmerksamkeit“, sagt sie. Die Hoffnung für den Preis hatten sie fast aufgegeben, Projekte wie eine grüne Bio-Lebensmittelfabrik hatten sie bei der Internet-Abstimmung überholt. Doch dann kam für den vergangenen Sonnabend die Einladung von der ausrichtenden Stiftung Entrepreneurship nach Berlin. „1000 Ideen wurden eingereicht, 500 kamen ins Voting, 35 000 Menschen haben abgestimmt, die besten 32 ausgewählt“, sagt Fahrradjäger-Geschäftsführer Martin Jäger. Dann wählte die Jury. Und et voilà: 1 Platz. für das Konzept der fahrradschützenden Rostocker.

2012 hatten Steffi Wulf und Martin Jäger die Fahrradjäger gegründet. Das Konzept formte sich aus. Sicherheitsaufkleber mit QR-Code, die App und neue Mitarbeiter folgten und heute Insect, eine Art intelligente Alarmanlage fürs Rad. Der flache Alukörper wird am Rahmen befestigt und merkt, wenn er von jemand anderem als dem über Bluetooth mit ihm verbundenen Eigner bewegt wird. Daraufhin gibt es Signale ab – Licht, Ton und ein Bluetooth. Das erreicht die Smartphones der Fahrradjäger-App-Nutzer im Umkreis von 100 Metern. So kann das Rad sofort geortet werden.

Für ihre Weltneuheit wurden die Fahrradjäger mit einem Beratungsgutschein über 10 000 Euro von VW prämiert, einem Gutschein für eine Rechtsberatung mit Mentoren und zwei Internettablets. Außerdem nehmen sie an einem Intensivtraining teil, um ihr Geschäftsmodell noch weiter zu optimieren. Eon packte noch einen Sonderpreis oben drauf, einen Platz im Agile-Accelerator. „Das ist spannend, da können wir Tests mit Nutzern machen und bekommen auch Kapital“, sagt Steffi Wulf. Für die Fahrradjäger steht alles auf Erfolgskurs. Seit Eurobike-Messe im August verhandeln sie mit Händlern, die Insect von Werk aus anbauen wollen. Die Westfälische Provinzial Versicherung hat sich eingeklingt, begleitet im Mai und Juni in Münster das Pilotprojekt, wenn Insect auf den Markt geht. Ihrer Stadt bleiben die Jäger aber treu. Am Freitag ziehen sie mit bei der Critical Mass, dem Fahrradkorso, der auf die Rechte der Radler aufmerksam machen will. Sie verteilen Ventilkappen-LEDs und Knicklichter – grünes Licht, wie es auch die Zukunft der Fahrradjäger hat.

Im Internet: www.fahrradjaeger.de

 

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