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Studie: Neubrandenburg und Rostock sind Hochburgen beim Radklau : Fahrraddiebe machen MV unsicher

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Wer in Neubrandenburg oder Rostock ein Rad besitzt, sollte in ein gutes Sicherheitsschloss investieren. Beide Städte sind unter den Top 25 der "unsichersten Städte" in Deutschland, was den Diebstahl von Rädern betrifft.

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erstellt am 22.Nov.2011 | 12:08 Uhr

Schwerin/Rostock | Wer ein Fahrrad besitzt und in Neubrandenburg oder Rostock wohnt, sollte in ein gutes Sicherheitsschloss investieren. Beide Städte sind unter den Top 25 der "unsichersten größsten Städte" in Deutschland, Österreich und der Schweiz, was den Diebstahl von Rädern betrifft. Das geht aus einer aktuellen Kriminalitätserhebung des Internet-Verbraucherportals "www.geld.de" hervor.

Für die Erhebung wurden die Landeskriminalämter und Polizeidirektionen von insgesamt 127 größeren Städten angefragt. Aus MV waren Rostock, Neubrandenburg und Schwerin dabei. Das Ergebnis: Allein in Rostock wurden im vergangenen Jahr 786 Raddiebstähle je 100 000 Einwohner gezählt - 53 Prozent mehr als im Durchschnitt der untersuchten 127 Städte. Im Ranking der unsichersten Städte landete die Hansestadt damit auf Platz 24. Platz 16 belegte Neubrandenburg. Hier waren es sogar 869 pro 100 000 Einwohner und damit 70 Prozent mehr als im Durchschnitt.

Zweithöchste Aufklärungsquote

Mit 51,2 Prozent konnte Neubrandenburg allerdings auch die zweithöchste Aufklärungsquote im Studienschnitt (10,1 Prozent) vorweisen. An dreas Scholz vom Polizeipräsidium Neubrandenburg hat dafür eine plausible Erklärung: In der Stadt konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden, der allein für 200 Fahrraddiebstähle verantwortlich sein soll: "Daraus resultiert die hohe Quote im vergangenen Jahr."

In Schwerin wurden 565 Diebstähle pro 100 000 Einwohner registriert - nur etwas mehr als im Durchschnitt der Studie. Landesweit zählte die Polizei im vergangenen Jahr 474 Diebstähle pro 100 000 Einwohner. Im Ranking der Bundesländer landete Mecklenburg-Vorpommern damit auf Platz acht. Bewertung des Landes: "unsicher". In absoluten Zahlen wurden im vergangenen Jahr 7829 Drahtesel im Nordosten entwendet. Immerhin jeden siebten Fall konnten die Beamten aufklären. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Fahrradklau im Land um 17 Prozent zurück.

Schätzungen zufolge betrug der Schaden durch Fahrraddiebstähle allein in Deutschland im Jahr 2010 etwa 120 Millionen Euro. Die mit Abstand unsicherste Stadt war erneut die Studenten- und Fahrradstadt Münster in Nordrhein-Westfalen. Auf 100 000 Einwohner entfielen hier im vergangenen Jahr 1828 gestohlene Fahrräder - 257 Prozent über dem Studiendurchschnitt. In absoluten Zahlen ist wiederum Berlin führend: Hier wurden 19 942 Räder gestohlen.

Gutes Sicherheitsschloss wirkt abschreckend

Laut der Studie kann ausgeschlossen werden, dass grenznahe Lagen der Städte, vor allem nach Osteuropa, Fahrraddiebstähle generell begünstigen. Auch die hohen Quoten in Neubrandenburg und Frankfurt (Oder) ließen sich nicht allein mit der Lage erklären, heißt es. Vor allem im Osten Deutschlands gebe es aber einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Lohnstandard und verhältnismäßig hohen Diebstahlquoten.

Ein gutes Schloss wirke oft abschreckend, rät Friedrich Wiedemann, Geschäftsführer des Internetportals, das die Erhebung vorgenommen hat. Besonders über Nacht sollten Räder im Keller oder in der Garage an festen Gegenständen gesichert werden.

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