Rostock : Facebook-Party im Stadthafen geplatzt

Über die Gruppe „Meet’n’Drink“ wurde eingeladen.
Über die Gruppe „Meet’n’Drink“ wurde eingeladen.

Stadt Rostock bringt Veranstalter zur Absage - nach bereits mehr als 3000 Zusagen

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18. März 2015, 21:15 Uhr

Entwarnung für den Stadthafen: Mehr als 3000 Menschen hatten sich schon via Facebook angemeldet, dort am 27. März in den Abendstunden die steigenden Temperaturen zu zelebrieren. Jetzt ist die Feier geplatzt, der Veranstalter hat sie selbst gelöscht. Die Stadt bekam Wind von der geplanten Großparty unter dem Namen „Meet’n’Drink“ und kontaktierte den Facebook-User. „Der junge Mann wusste gar nicht, was er sich damit antun kann“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Eine Feier dieser Größe müsse angemeldet werden – und „wer Verursacher einer Gefahr ist, trägt auch die Kosten. Das bedeutet, der Veranstalter hätte in die Pflicht genommen werden können – für zu hohe Lautstärke, Müll oder auch mögliche Streitigkeiten oder Prügeleien.“

Eine kleine Personenzahl, zehn Freunde, die zum Geburtstag grillen, sei unproblematisch, so Senator Müller. „Der öffentliche Raum ist ja auch für Treffen und Feiern da. Nur, wenn es so viele sind, geht davon auch eine andere Gefahr aus“, sagt der Senator. Wie viele „viele“ sind, hängt von der Location ab, dem individuellen Gefahrenpotenzial, heißt es aus seinem Büro. Für Rostocker, die große Menschenansammlungen genießen, gebe es das Turmleuchten, Rostock rockt oder organisierte Strandpartys, so Müller. Und das ist auch das Zauberwort: organisiert. Das hätte der Veranstalter wohl kaum leisten können, denkt die Stadt. Sein online erklärtes, theoretisches Ziel war zwar ein entspanntes, stressfrei verlaufendes Beieinander, aber dass er Tausende, die noch alle einen Freund mitbringen sollten, dazu auch in der Praxis gebracht hätte: fraglich.

Auch Anwohner hatten schon im Vorfeld Sorge und wandten sich an Stadt und Polizei. Die ist übrigens erst zuständig, wenn etwas passiert, erklärt Sprecherin Yvonne Hanske. Vorab sei die Stadt in der Pflicht, könne per Verfügung solche Feiern untersagen. Sind Facebook-Partys typisch für Rostock? „Nein“, sagt Hanske, „überhaupt nicht.“ Und das wird wohl auch so bleiben, wenn die Stadt selbst präventiv tätig wird. Facebook-Partys waren vor Jahren ein heißes Thema in Deutschland. Rostock ist aber wohl nicht spät dran, sondern einfach früh beim Verhindern.

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