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21. Oktober 2017 | 01:38 Uhr

Experten sagen Wachstum bis 2016 voraus

vom

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erstellt am 27.Dez.2012 | 07:06 Uhr

Rostock | Rostock wächst weiter - zumindest erst einmal. Das ist die Aussage einer Bevölkerungsprognose, die das Rostocker Wirtschaftsinstitut Wimes im Auftrag der Hansestadt erstellt hat. Demnach wird sich die Zahl der Einwohner in den kommenden Jahren von heute rund 202 130 auf etwa 205 800 im Jahr 2016 erhöhen. Danach allerdings geht es auch für die größte Stadt des Landes langsam bergab. Denn die demografische Entwicklung schlägt auch im wirtschaftlichen Zentrum Mecklenburg-Vorpommerns zu. Die Geburtenzahlen werden sinken, die Sterbezahlen steigen und die Wegzüge zunehmen, sodass Wimes davon ausgeht, dass 2025 nur noch rund 197 900 Menschen in der Hansestadt wohnen werden. Vor allem die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen wird laut Prognose schrumpfen. Die Rostocker Bevölkerung wird immer älter. Die Zahl der 35- bis 45-Jährigen wächst, ebenso die derjenigen Rostocker, die 85 Jahre und älter sind.

Der von Wimes erarbeitete Blick in die Zukunft der Rostocker Einwohnerzahl soll eine Planungsgrundlage für die Stadtverwaltung sein. Denn anhand der Prognose können die städtischen Ämter frühzeitig auf angenommene Entwicklungen reagieren und ihnen mitunter sogar entgegenwirken. Das Wirtschaftsinstitut hat darum auf Grundlage von Daten zur Entwicklung bis Ende 2011, die die kommunale Statistikstelle zur Verfügung gestellt hat, die Entwicklung bis 2025 konstruiert. Dabei wurde zum einen der gesamte Stadtbereich betrachtet, zum anderen aber auch jeder der 21 Stadtteile gesondert unter die Lupe genommen. Hierbei wurde jeweils die natürliche Bevölkerungsentwicklung dargestellt, die sich aus Geburten- und Sterbezahlen ergibt. Darüber hinaus wurde jeweils ein so genanntes regional-realistisches Szenario erstellt, das die Zu- und Abwanderung zugrunde legt.

Während Frauen 1990 noch mit durchschnittlich 25,2 Jahren Kinder bekamen, sind sie heute rund 28,4 Jahre alt, wenn sie Mutter werden. Dabei bekommen Frauen in Rostock heute durchschnittlich 1,27 Kinder. Damit liegt die Hansestadt unter dem Bundesdurchschnitt, der für 2011 einen Wert von 1,36 Kindern pro Frau ergab. Die aktuelle Prognose geht davon aus, dass die Zahl der Geburten bis 2020 geringfügig ansteigen wird auf 1,3 Kinder. Danach, so die Experten, wird sich der Wert auf diesem Niveau einpegeln. Bis 2015 soll die Zahl der Geburten steigen, danach wieder sinken - vor allem nach 2020.

Dennoch werden die Geburten die Todesfälle nicht ausgleichen können. Die Prognose geht von einem Einwohnerverlust von 5,3 Prozent innerhalb dieses so genannten natürlichen Szenarios aus. Die Zahl der Altersrentner steigt um 4,1 Prozent, der Anteil der Schulkinder wächst um 2,7 Prozentpunkte und auch der Anteil der Kinder unter sechs Jahren nimmt bis 2017 zu, sinkt ab 2020 aber wieder ab. Der Anteil der Jugendlichen wird noch bis 2017 sinken und erst danach wieder leicht zunehmen.

Was Rostock wachsen lässt, sind die Zuzüge beispielsweise aus dem Umland. Denn die Kinder von Familien, die im Landkreis wohnen, gelten für Rostock als potenzielle Einwohner. Als so genannte funktionale Bevölkerung nutzen sie die Infrastruktur der Stadt und werden nicht selten zu Einwohnern. Auch die Studenten, die sich häufig mit Hauptwohnsitz in Rostock anmelden, sind ein nicht zu unterschätzender Faktor. Laut Prognose kann Rostock noch bis 2021 auf einen positiven Wanderungssaldo hoffen - das heißt, die Zahl der Zuzüge übersteigt die der Abwanderer. Danach gehen die Experten davon aus, dass sich Zu- und Fortzüge die Waage halten. Aufgrund der allerdings fortschreitenden Alterung der Bevölkerung wird Rostock in der Folge dann wohl schrumpfen.

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