Lesevergnügen : Experten enthüllen Faszination Krimi

Ein spannender Fall, interessante Protagonisten und am besten ein regionaler Bezug – das macht einen guten Krimi aus. Katharina Lifson (r.), Vorstandsvorsitzende des Literaturhauses, und Conny Ledwig vom Hinstorff Verlag kennen sich mit Krimis aus.
Ein spannender Fall, interessante Protagonisten und am besten ein regionaler Bezug – das macht einen guten Krimi aus. Katharina Lifson (r.), Vorstandsvorsitzende des Literaturhauses, und Conny Ledwig vom Hinstorff Verlag kennen sich mit Krimis aus.

Warum wir das Fürchten lieben: Die neue Reihe „Doppelmord“ im Literaturhaus deckt es auf

svz.de von
06. April 2015, 10:00 Uhr

Ein Schrei, eine Leiche, kein Täter, nur Stille: Was jeden in der Realität geschockt und erschüttert zurückließe, fasziniert viele über die Maße in der Fiktion – der Krimi. „Ein Erklärungsansatz dafür“, sagt Conny Ledwig vom Hinstorff Verlag, ist ganz klar die Neugier.“

Autoren des Verlags machen am Dienstag den Auftakt bei der neuen Reihe des Rostocker Literaturhauses „Doppelmord“. Mit Frank Goyke und Pola Kayser treffen gleich zwei Autoren auf Moderator Carlo Ihde, der herauskitzelt, was die große Krimi-Gemeinschaft interessiert: „Wie kommt jemand auf so was? Was sind das für Menschen, die schreiben, was mich all abendlich so in seinen Bann zieht, obwohl es mit meinem Alltag nichts zu tun hat?“

Und das hat es eben ein bisschen doch, sagt Conny Ledwig, wenn es ein Heimatkrimi ist. Der Verlag hat seit 2011 die Reihe Ostseekrimi – und sie läuft. „Regionalkrimis sind eigentlich kein Trend mehr, sondern ein eigenes Genre“, sagt sie. Das ging in Deutschland mit den Allgäu-Krimis um Kommissar Kluftinger los und hat auch in MV seinen Siegeszug angetreten. „Herrentier“ von Michael Joseph und Matthias Schümann verkaufe sich sogar genau dort, wo er spielt – im Darwineum – am besten, sagt Ledwig.

Frank Goyke verlässt mit seinem Krimi Rostock. Er zieht mit einem beliebten Dichter in „Doppelmord. Fritz Reuters erster Fall“ nach Neubrandenburg. Goyke greift Ort, Zeit und Charakteristika des Dichters auf und steckt ihn in eine Kriminalgeschichte. Er sieht, wie der Leichnam eines Säuglings aus dem Teich gezogen wird. „Reuter ermittelt, weil es ihn nicht mehr loslässt“, sagt Conny Ledwig.

Pola Kayser bleibt in der Gegenwart. Sie bringt den Leser nach Ulrichshusen. Das Schloss gibt es, der Schlossherr ist fiktiv – und es wird ein wenig mystisch. Doch warum funktioniert das so gut, das Grauen vor der eigenen Haustür? „Es fesselt die Mischung aus sicherem Umfeld und dem Wissen, dass etwas passieren wird“, sagt Katharina Lifson vom Literaturhaus. Die Basis ist der Reiz des Krimis an sich: Der Alltag sei oft undurchsichtig, der Krimi hingegen wie ein kleines Labor, in dem es zu ermitteln gilt. Und: Es gibt ein Ergebnis und einen Verantwortlichen.

Die Krimireihe



Termin: „Doppelmord“, Dienstag, 7. April, um 20 Uhr, im Literaturhaus im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21
Ablauf: Carlo Ihde moderiert. Lesung und Gespräch mit den Autoren wechseln sich ab.

Pola Kayser „Tod in Ulrichshusen“

Frank Goyke „Doppelmord. Fritz Reuters erster Fall“

Karten an der Abendkasse oder im Internet: www.literaturhaus-rostock.de

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