Behördenzentrum Rostock : Ex-Polizeirevier wird aufgeräumt

Hinter dem ehemaligen Polizeigebäude in der Blücherstraße rollen bald die Abrissbagger. Das 1,5 Hektar große Areal soll beräumt werden. Nach den Munitionsbergungsarbeiten wird die Baustelle eingerichtet, auf der das neue Landesbehördenzentrum entsteht.
Foto:
Hinter dem ehemaligen Polizeigebäude in der Blücherstraße rollen bald die Abrissbagger. Das 1,5 Hektar große Areal soll beräumt werden. Nach den Munitionsbergungsarbeiten wird die Baustelle eingerichtet, auf der das neue Landesbehördenzentrum entsteht.

Grundstück in der Blücherstraße soll freigemacht werden. Baustart für neues Behördenzentrum im Barock-Denkmal noch unklar

svz.de von
11. Januar 2018, 05:00 Uhr

Eine Kantine, mehr Büros, mehr Stellplätze – immer wieder äußern die künftigen Nutzer Änderungswünsche am neuen Behördenzentrum, das im 2015 leergezogenen Polizeigebäude in der Blücherstraße entstehen soll. Deshalb sind die Baupläne noch nicht ganz fertig, erklärt Christian Hoffmann, Sprecher des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL). Fest steht immerhin: Das Grundstück soll dieses Jahr beräumt, die Baustelle eingerichtet werden.

Für die Baufeldfreimachung stehen laut Hoffmann 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Rückseite des 1,5 Hektar großen Areals wird zur Abrissfläche: „Die Plattenbauten auf der Seite Richtung Ferdinandstraße – ehemals Arztpraxen – und alte Garagen kommen weg. Die alte Wache auf dem Hof Richtung Güterbahnhof kommt weg und alle alten betonierten Flächen“, skizziert Hoffmann die Pläne. Folgen sollen Munitionsbergungsarbeiten sowie eine Schadstoffsanierung. „Danach folgt die Vorbereitung des Baufeldes. Das soll alles noch dieses Jahr passieren“, sagt Hoffmann. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude im Stil des sozialistischen Klassizismus der 50er-Jahre bleibt bestehen.

Einziehen sollen künftig das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg sowie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Der Großteil von ihnen hat seinen Sitz derzeit in einem angemieteten Hochhaus in der Erich-Schlesinger-Straße. Doch Land und BBL ziehen wie viele Privatpersonen den Immobilienbesitz der Miete vor. „Wir wollen dieses besondere Gebäude wiederherstellen und nutzen“, sagt Hoffmann. Vorwürfe, dass der 35 Millionen schwere Umbau für das Land teurer werden könnte als eine langfristige Anmietung in der Schlesinger-Straße, weist Hoffmann entschieden zurück. „Wir machen für jedes unserer Vorhaben eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, in der alle Varianten geprüft werden, die für das Land infrage kommen“, so der BBL-Sprecher. Über den Standort entschieden habe am Ende die Landesregierung.

Problematisch: Der Mietvertrag mit dem Eigentümer des Gebäudes in der Schlesinger-Straße läuft bereits 2020 aus, das neue Behördenzentrum in der Blücherstraße wird mit einer anvisierten Bauzeit von vier Jahren bis dahin aber nicht fertig sein. Hoffmann erklärt: „Eine Verlängerung hätte nur mit einer Mindestlaufzeit von zehn weiteren Jahren abgeschlossen werden können.“ Interimsunterbringungen für die betroffenen Ämter würden in Absprache mit den Nutzern bereits gesucht, so Hoffmann.

Kommentar "Gut abwägen" von Katrin Zimmer

Seit mehr als zwei Jahren steht der Bau in der Blücherstraße leer und wartet auf neue Nutzer. Die Pläne sind noch immer nicht fertig, aber mit dem Abriss ist immerhin ein Licht am Tunnelende zu sehen. Dass die Brachfläche am Güterbahnhof neu gemacht wird, wertet die Fläche – die ja Eigentum des Landes ist – natürlich auf, falls doch mal ein Verkauf erwägt werden sollte. Dass wegen der Mietvertragslaufzeit noch eine Interimslösung gesucht und so gleich zwei Umzüge bezahlt werden müssen, ist natürlich nicht optimal. Das wäre eine Verlängerung aber auch nicht, wenn die letzten sieben Jahre nicht mehr gebraucht würden.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen