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Rostock : Ex-Intendant Latchinian zieht mit Gysi vors Gericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ehemaliger künstlerischer Leiter klagt mit prominentem Anwalt gegen seine fristlose Kündigung

Gegen seine fristlose Kündigung hat Sewan Latchinian, ehemaliger Intendant des Volkstheaters, jetzt Klage beim Landgericht Rostock eingereicht. Das bestätigte gestern ein Sprecher des Gerichts. Demnach werde Latchinian durch den Linken-Politiker Gregor Gysi vertreten. Wann der Prozess beginnen werde, stehe noch nicht fest.

„Das kommt nicht wirklich überraschend, damit war zu rechnen“, sagt die Vorsitzende des Aufsichtsrats Sybille Bachmann (Rostocker Bund, Graue, Aufbruch 09) und vertritt damit dieselbe Meinung wie Stadtsprecher Ulrich Kunze. Latchinian hatte bereits Anfang Juni, unmittelbar nach seiner vorzeitigen Entlassung nach zwei Jahren Amtszeit, angedroht, zu klagen.

Der Ex-Intendant sagte, er wolle mit dem Prozess erreichen, dass die Unrechtmäßigkeit der Kündigung festgestellt werde. Er zeigte sich sicher, dass dabei unter anderem auch die verfehlte Kulturpolitik des Landes zur Sprache kommen werde. Latchinian selbst war bereits Anfang 2015 in die Schlagzeilen geraten, als er auf einer Demonstration in Neustrelitz die Rostocker Theaterpolitik mit Kulturzerstörungen durch IS-Terroristen in Zusammenhang brachte.

Doch aus politischen Gründen hatte das Theater dem künstlerischen Geschäftsführer nicht gekündigt: Nach zahlreichen Versäumnissen wie der zu späten Konzeption und Herausgabe von Spielplänen wurde der Intendant letztlich wegen Nichterfüllung seiner Aufgaben fristlos entlassen. Nach der auch vom Aufsichtsrat bevorzugten gütlichen Trennung hätte Latchinian eine Abfindung in Höhe von 150 000 Euro erhalten. „Jetzt sind der Prozessausgang und auch die Höhe der Abfindung wieder völlig offen“, sagt Aufsichtsratschefin Bachmann.

Auf die Arbeit des neuen künstlerischen Leiters Joachim Kümmritz, Ex-Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, der am Mittwoch seine Arbeit in Rostock aufgenommen hatte, werde das keine Auswirkungen haben, so Bachmann. So etwas habe man am Volkstheater bereits öfter erlebt. Was Latchinian betrifft, sei jetzt das Gericht Herr des Verfahrens, sagt Stadtsprecher Kunze.

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