Kunsthalle Rostock : Ex Auditu: Bilder sprechen

Bei der Ausstellungseröffnung verweisen Kirchenmusikdirektor Prof. Markus Johannes Langer und Prof. Eckart Reinmuth auf „Ex Auditu“.
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Bei der Ausstellungseröffnung verweisen Kirchenmusikdirektor Prof. Markus Johannes Langer und Prof. Eckart Reinmuth auf „Ex Auditu“.

Ausstellung von Christian Boltanski und damit neues Großprojekt mit Kirche und Universität eröffnet heute #wirkoennenrichtig

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28. September 2017, 08:00 Uhr

Er ist berühmt für seine optisch fulminanten und tief berührenden Emotionen – Christian Boltanski. Die Rostocker Kunsthalle stellt den französischen Weltkünstler in Kooperation mit der Galerie Kewenig aus. Mit der heutigen Eröffnung ab 18 Uhr gibt sie zugleich den Auftakt zum Programm „Ex Auditu – Aus dem Hören“. „Es gibt ein Zusammenspiel – Kirchenmusik, Universität, Kunstausstellung“, sagt Kunsthallenleiter Jörg-Uwe Neumann.

Wie bei Credo wird das Programm groß angelegt – auf mehrere Orte und soll bis 19. November auch Publikum ziehen, dass „sich sonst keine Ausstellungen in der Kunsthalle ansieht, sich kein Oratorium anhört oder kein Schauspiel besucht“, sagt Kirchenmusikdirektor Prof. Markus Johannes Langer. „Aus dem Hören“ – „Wir haben häufig diskutiert, wie kann man dieses Thema in eine Kunstausstellung gießen“, sagt Neumann. „Bilder sprechen ja auch“, sagt Prof. Eckart Reinmuth vom Institut für Text und Kultur der Universität Rostock. Er wird unter anderem heute zur Eröffnung einen Vortrag zum Römerbrief halten. „Da kommen wir zum Bewusstsein bildender Kunst, wenn wir Bilder selber sprechen lassen“, sagt Reinmuth. Dr. Ulrich Ptak hat die Ausstellung kuratiert, mit Christian Boltanski selbst die Arbeiten ausgewählt. „Er ist eine Art Magier – er zieht einen in seine Installationen hinein“, sagt Ptak. Er sei so eindringlich. „Und da sind wir bei Ex Auditu, beim In-sich-Hineinhören.“

Die Ausstellung vereint 29 Schwarz-Weiß-Fotografie-Collagen. „Er konstruiert sein Leben, in dem er das wahre, das geträumte oder das mögliche Leben verbindet“, sagt Ptak. „La vie Impossible“ (2001) nennt Boltanski das. Dazu kommt sein „Monument Collége D’Hulst“ (1986) – Licht und Fotografien erzeugen – typisch Boltanski – eine düstere Präsenz. Auf 2,4 mal 1,9 Meter Plexiglas tauchen verschwimmende Porträts auf – Après I bis IV (2013). Mit „Luminèrs“ (2000) gibt es eine rote Lichtinstallation, seine Hamburgerstraße (1998) ist zu sehen und – wohl das Highlight der Show – die Herzkammer (für sein „Les Archives du Couer“ 2008). „Boltanski kämpft gegen das Vergessen“, sagt Ptak. Er hat auf einer japanischen Insel ein Archiv angelegt – mit Herztönen auch von Besuchern seiner Ausstellung. Es wird sein und deren Leben überdauern. Boltanski verfolge häufig das Ziel, das Geringste, was uns im Menschlichen vereint, zu schaffen und damit Großes.

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