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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 19:05 Uhr

Rostock : Eselföterstraße kämpft um ihr Recht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mülltonnen und Baufahrzeuge vermiesen das Geschäft. Kommunikation mit Stadt bisher misslungen. Senator will Breite Straße ermahnen.

von
erstellt am 04.Nov.2017 | 09:00 Uhr

In der Kröpeliner- und der Breiten Straße brummt der Einkaufsbetrieb. Das wünschen sich auch die Geschäftsleute der zweiten Reihe, in der Eselföterstraße: Spielzeugladen, Modegeschäfte, Schuhladen oder auch Restaurant. Aber ihnen werden die Kunden verschreckt, klagen sie an.

„Wir sind am Kämpfen“, sagt Frank Kessler vom Modegeschäft Männerherzen. Die Geschäftsleute der Eselföterstraße müssen ihre Mülltonnen versenken oder aus dem Hinterhof abholen lassen. Die erste Reihe, im Wesentlichen die Breite Straße, darf ihnen aber wortwörtlich ihren Müll vor die Läden stellen – zulässig und genehmigt – aber laut städtischer Abfallsatzung nur ab 20 Uhr vor dem Abholtag bis 10 Uhr am Abholtag. „Aber an die Zeiten hält sich keiner“, kritisiert Cornelia Düwel von Doro Schuhe – seit Jahren.

Nachdem Gespräche mit den Nachbarn aus der Breiten Straße und deren Hausmeistern nichts ergaben, kontaktiert Jana Dolinga-Pinick regelmäßig das Ordnungsamt und seit einigen Monaten auch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Antwort hat sie nicht bekommen. Auf Nachfrage heißt es von der Stadt: „Aufgrund der eingehenden Hinweise wird der Bereich neben der Kontrolltätigkeit während der Präventivstreifen des KOD auch anlassbezogen vermehrt kontrolliert“. Seit Juni 2017 habe es acht Präventivkontrollen gegeben. „Hierbei wurden zwei Ordnungswidrigkeiten festgestellt und zur Anzeige gebracht.“ Besserung haben die Geschäftsinhaber nicht festgestellt. Zu dem Ärger kommt die Dauerbaustelle am Kleinen Haus. „Das schreckt Kunden ab“, sagt Düwel. Das gebaut würde, sei ja kein Problem, so Jana Dolinga-Pinick. „Manche Baustellen nehmen ja auch Rücksicht.“ Aber, dass Baufahrzeuge direkt den Bordstein zuparken, teilweise Läden, ginge ein wenig zu weit. „Unser Vermieter hat versucht, mit dem Bauherren zu reden, da führt kein Weg rein.“ Infos, was wann erlaubt ist, hätte er auch nicht vom Ordnungsamt bekommen. „Man läuft da gegen eine Wand“, so Dolinga-Pinick. Im Sommer hätten sie mit der Außenbestuhlung nicht mal die Gebühren für dieselbe reinbekommen. Zu laut, zu schmutzig, zu vollgestellt sei die Straße.

„Im Normalfall dürfen sie nicht auf dem Gehweg parken“, kommentiert der Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), dafür brauche es Genehmigungen. Ordnungsamt und KOD fallen nicht in seinen Senatsbereich, die Abfallsatzung aber schon. „Ich werde die Entsorgungspflichtigen anschreiben, ausdrücklich auf diese Termine aufmerksam machen und mit Bußgeld drohen“, verspricht er. Bis zu 1000 Euro drohen. „Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass man sich in so einer kleinen Straße nicht an gemeinsame Regelungen hält“, so Matthäus.

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