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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 11:46 Uhr

Rostocker ZOO : „Es war eine schwere Zeit“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Viele Emotionen nach den Vogelgrippe-Fällen: Manuela Weggen kümmert sich um die Tiere in der Seevogel-Voliere.

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Allmählich kehrt wieder Leben in den Rostocker Zoo zurück. „Es ist so schön, dass sich nun die Situation wieder ein bisschen normalisiert“, sagt Manuela Weggen erleichtert. Die 33 Jahre alte Rostockerin ist Tierpflegerin in der Seevogel-Voliere und hat das Ausmaß der Vogelgrippe bei ihrer Arbeit miterlebt.

„Als die ersten Fälle bekannt wurden, musste auch ich meine Tiere aus der Voliere einfangen und zur Untersuchung bringen.“ Eigentlich eine alltägliche Aufgabe für die routinierte Pflegerin. Doch unter den gegebenen Umständen fühlte sich dies surreal an: „Es war Weltuntergangsstimmung bei uns – und das Wetter, mit Donner und Regen, hat sein Übriges getan. Mir war klar, welche Auswirkungen positive Laborergebnisse haben könnten. Deswegen habe ich mir von Anfang an gesagt, dass meine Tiere nicht infiziert sind – nicht meine Tiere. Ich war optimistisch bis zum Schluss.“ Mithilfe dieser Gedanken habe sie die Geduld für das Warten aufbringen können. „Es war ganz nervenaufreibend auf die Ergebnisse zu warten. Aber lieber lasse ich zehn Untersuchungen machen und fange zehn Mal meine Vögel, als ein Tier zu töten.“

Zwar hat sie vor allem für ihre Schützlinge in der Seevogel-Voliere gekämpft, dennoch fühlt sie mit ihren Kollegen, die Weißstörche, Enten, Gänse, Ibisse sowie Nacht- und Seidenreiher verloren haben. „Es war eine schwere Zeit für uns alle. Und die Ereignisse werden noch eine Weile nachhallen.“ Seit 2002 ist sie im Rostocker Zoo tätig und hat mit der Zeit fast jedes Tier kennengelernt. „Und alle sind mir ans Herz gewachsen“, sagt Manuela Weggen und blickt dabei in die leere Voliere.

Erleichtert nimmt die 33-Jährige die Arbeit mit ihren Vögeln nun wieder auf – von denen keiner mit dem hochansteckenden Vogelgrippe-Virus H5N8 infiziert war. „Noch mehr freue ich mich, wenn sie wieder raus können. Sie spielen so gerne mit den Besuchern, an ihren Schnürsenkeln oder an den Taschen.“

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