zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 14:00 Uhr

"Es stinkt bis zum Himmel"

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2013 | 08:10 Uhr

Warnemünde | Wolfgang Helms besucht seit 18 Jahren regelmäßig mit seinem Wohnmobil Warnemünde. Der Tischler hat hier selbst einmal gelebt und seine Verbundenheit zum Ostseebad hört nicht auf. Doch eine Sache ärgert ihn. Und deshalb hat er seinem Unmut Luft gemacht. Es geht um die neuen Fäkalientanks, die zum Entleeren der Chemie-Toiletten auf dem Parkplatz bei der Jugendherberge aufgestellt worden sind. Die Tourismuszentrale sieht sie als großes Plus an, auch einige Nutzer sind froh, dass es diese Möglichkeit gibt. Trotzdem finden sich zu viele Mängel, sagt Helms.

Besonders an heißen Tagen stinke es und blickdicht seien die Container auch nicht. Gerade, wenn die Sonne scheine, seien die Fäkalien ziemlich deutlich zu sehen. Auf der einen Seite sei es wirklich ein Plus, dass die Camper zum Entleeren nicht mehr bis in den Koppelweg nach Lütten Klein fahren müssten. Auf der anderen Seite empfindet Helms die Einrichtung aber als Zumutung "für uns als Entsorger und für die Parkenden, die oft daneben stehen und gerade im Sonnenschein den Stand der Fäkalien sehen", sagt der 59-Jährige. "Es stinkt bis zum Himmel und es ist auch nicht schön, bei Sonnenschein sieht man den Inhalt der Tonnen genau. Uns Camper kostet das zwei Euro Gebühren mehr pro Tag", kritisiert Helms. Außerdem fehle eine Möglichkeit zur Entsorgung von Grauwasser.

Die Reaktion der Tourismuszentrale: "Das ist kein Wohnmobil- und Caravanstellplatz", so Marketing-Leiterin Beate Hlawa. "Wir sind als Tourismuszentrale mit dieser Möglichkeit in Vorleistung gegangen und haben diese Tanks vor fünf Wochen aufstellen lassen, um die Situation ein wenig zu entschärfen", sagt Hlawa. Dreimal wöchentlich werden sie entleert, normalerweise ist der Tank mit einem Deckel zugeschraubt.

Perspektivisch ist die stillgelegte und sanierte Mülldeponie im Weidenweg als Caravanplatz vorgesehen. Damit ist allerdings nicht vor 2014 zu rechnen, das Gelände muss noch erschlossen und für diese Zwecke vorbereitet werden. Für Helms stellt sich trotz allem die Frage: "Sollte es durch die Mehreinnahmen nicht möglich sein, eine richtige Ver- und Entsorgungsstation zu installieren?" In seiner Heimat gebe es einen stadtnahen Parkplatz ohne Parkgebühr mit zwei solchen Stationen, die kostenpflichtig sind und Toiletten mit richtiger Wasserspülung. Von diesem Vorbild könnte das Ostseebad lernen, so Helms.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen