Arbeitslose zu Erziehern ausbilden : Erzieherjobs auch in MV

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Die Bundesagentur für Arbeit will 5000 Arbeitslose zu Erziehern ausbilden. Rund 800 000 Menschen haben die schulische Voraussetzung dafür. In MV kommen für die Qualifikation etwa 250 Arbeitslose in Frage.

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11. Juli 2012, 10:46 Uhr

Nürnberg/Schwerin | Die Bundesagentur für Arbeit will 5000 Arbeitslose zu Erziehern ausbilden. "Unter den Arbeitslosen haben wir etwa 800 000 Menschen, die zumindest die schulischen Voraussetzungen dafür erfüllen", sagte gestern das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt.

In Mecklenburg-Vorpommern kämen etwa 250 Arbeitslose in Frage, so der Sprecher der Arbeitsagentur Nord, Horst Schmitt auf Nachfrage. "Wir haben nach einer ersten Sichtung dieses Potenzial identifiziert, das für eine Qualifizierung zur Erzieherin oder zum Erzieher in Frage kommt." Schwerpunkte der Sichtung seien Vorerfahrungen, Motivation und der Wunsch, in diesem Berufsfeld aktiv zu werden. Es gelte das Prinzip der Freiwilligkeit. "Gerade im Direktkontakt mit Menschen spielt Empathie eine entscheidende Rolle. Wenn die nicht da ist, macht es überhaupt keinen Sinn", sagte Schmitt. Allerdings seien bei der Sichtung nicht - die Zugangsvoraussetzungen für die Prüfung als Kriterium angelegt worden - wie mittlere Reife oder zweijährige Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten. Die Arbeitsagentur sei im Gespräch mit der Landesregierung, um insbesondere die Themen Zulassungsvoraussetzungen und Finanzierung zu klären. Das Problem: Gefördert werden von der Arbeitsagentur üblicherweise nur zweijährige Qualifikationen, die zum Erzieher dauert aber drei.

Die Ausbildung zum Erzieher wird an staatlichen Schulen vollzogen und könnte im Herbst beginnen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Aktion Anfang Juni angekündigt, weil es in Kindergärten an Personal fehlt. Sie erhielt dafür Zustimmung, aber auch Ablehnung - mit dem Argument, den Erwerbslosen mangele es an der nötigen Qualifikation.

Landesarbeitsministerin Manuela Schwesig (SPD) forderte, dass man sich nicht nur auf die Gruppe der Langzeitarbeitslosen konzentrieren dürfe: "Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gerade erst arbeitslos geworden oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, kommen dabei in Frage." Bei der Qualifikation von Erzieherinnen dürften keinerlei Abstriche gemacht werden. Kitas seien keine Aufbewahrungsanstalten, sondern frühkindliche Bildungsstätten.

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