Rostocker Fährreedereien : Erste Feuertaufe vor der Saison

Der Umbau der TT-Fähre „Peter Pan“ in Bremerhaven zieht sich hin. Verlängert bietet sie künftig mehr Platz.
Der Umbau der TT-Fähre „Peter Pan“ in Bremerhaven zieht sich hin. Verlängert bietet sie künftig mehr Platz.

Der Fährverkehr ist für wachsende Aufgaben 2018 gerüstet.

svz.de von
16. Mai 2018, 12:00 Uhr

Pfingsten steht vor der Tür und damit auch für die Fährreedereien die erste Feuertaufe vor der diesjährigen Urlaubssaison. Traditionell geben die NNN zu diesem Zeitpunkt wieder als speziellen Service mithilfe des Fähr-Spezialisten Horst-Dieter Foerster einen Überblick über die verschiedenen Linien im Ostseeverkehr.

Nach viermonatiger Umbauzeit bei der Werft German Dry Docks in Bremerhaven bereitet sich die TT-Line auf die Rückkehr der um 30 Meter verlängerten MS „Peter Pan“ vor. Planmäßig sollte der Umbau schon Ende Februar abgeschlossen sein, die Betriebsaufnahme der verjüngten, energieeffizienteren und um 500 Lademeter vergrößerten Fähre musste wiederholt verschoben werden. Wenn sie nun demnächst in Betrieb geht, dürfte sie aber ein Beleg dafür sein, dass die Reeder sich auf wachsende Aufgaben einstellen. Mit seinen etwa zehn Millionen Einwohnern sei Schweden als Industrie- und Konsumstandort voll in den europäischen Warenfluss eingebunden, erklärt Bernhard Termühlen, Geschäftsführer der TT-Line. Da bei den Urlaubszielen verstärkt die angrenzenden Länder eine Rolle spielen, biete TT-Line eine große Vielfalt von Reisemöglichkeiten an, die besonders in den Sommermonaten gut genutzt würden. Dabei ergänze sich die Kombination von Frachteinheiten und Urlaubern, die im Verlauf des Jahres ein sehr unterschiedliches Aufkommen haben. Ein Agreement von TT und Stena Line macht in der Saison die gebotene hohe Abfahrtfrequenz von täglich bis zu sechs Abfahrten von Rostock nach Trelleborg möglich. Allein rund 250 000 Gäste der Stena Line nutzten so im vergangenen Jahr die verdoppelte Abfahrtsdichte auf der Linie, womit ein Zuwachs von 17 Prozent erzielt wurde.

Rostock ist zudem logistischer Knotenpunkt für Güterströme von Skandinavien bis nach Südeuropa und darüber hinaus. Mit der neu eingerichteten Güterzugverbindung Halle-Rostock setzt Stena verstärkt auf intermodale Verkehre.

Für Waggon-Verschiffungen habe wiederum der Ausbau des Eisenbahndecks der „Mecklenburg-Vorpommern“ im vorigen Jahr für die Bahnen Signalwirkung gehabt, betont Stena-Manager Ron Gerlach. Im Passagierverkehr sieht er auf der alten Königslinie zwischen Sassnitz und Trelleborg noch Reserven. Insgesamt soll auf allen Linien das touristische Potenzial noch besser erschlossen werden.

Wie ein Uhrwerk laufen inzwischen die neuen Scandlines-Hybridfähren „Berlin“ und „Copenhagen“ zwischen Rostock und Gedser und sorgen für Zuwächse im zweistelligen Bereich. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass Scandlines sowohl Umsatz als auch Rentabilität deutlich steigern konnte und das bislang beste Jahresergebnis einfuhr. Durch die Kombination von Diesel- und Batteriebetrieb fahren die Neubauten umweltfreundlicher und energieeffizienter und haben ihre Feuertaufe bestanden.

Die größten Veränderungen gibt es im Verkehr zur Ferieninsel Bornholm. Hier bestreitet die Reederei Färgen nach verlorener Ausschreibung ihre letzte Saison. Ab 1. September folgen ihr als neuer Betreiber die Molslinien, die zwischen Mukran und Rønne die in Rauma im Bau befindliche Ro/Pax-Fähre „Hammerhus“ einsetzen und damit die Linie nunmehr ganzjährig betreiben will – in der Hauptsaison 2019 mit sechs bis acht Abfahrten pro Woche. Bornholm steuern in dieser Saison jeweils sonnabends von Swinemünde mit der „Nils Dacke“ und „Cracovia“ auch Schiffe der TT-Line und Polferries an.

Einige Fährredereien rüsten im Ostseeverkehr weiter auf. So orderten für 2020 und 2021 sowohl die DFDS als auch die TT-Line in China jeweils zwei große Ro/Pax-Fähren, was die DFDS als Ersatz für ihre baltischen Linien offiziell den NNN bestätigte, TT-Line-Manager aber noch nicht kommentieren mochten. Die Neubauten werden offenbar mit LNG-Antrieb ausgerüstet.

Auf der Strecke Kiel-Göteborg macht der umweltfreundliche Methanol-Antrieb der „Stena Germanica“ Furore. Kiel bereitet sich auch auf die Versorgung der Schiffe mit Landstrom vor, in Trelleborg nahm die Landstromversorgung bereits den Betrieb auf.


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