Erneuter Rückgang im Überseehafen

Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hero
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Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hero

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11. Januar 2013, 06:32 Uhr

Rostock | Der Rostocker Seehafen blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Bereits zum zweiten Mal in Folge ist es zu einem Rückgang des Umschlages gekommen. 22,7 Millionen Tonnen Güter und damit fünf Prozent weniger als 2011 sind 2012 über die Kaikanten gegangen. Im Jahr zuvor lag der Rückgang bei sechs Prozent. Grund für die Entwicklung sei die stagnierende und fast schon depressive wirtschaftliche Entwicklung im Hafen-Einzugsgebiet gewesen, so Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero).

Besonders der Verlust von Fracht durch die Ausbauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Strecke Rostock-Berlin hätte für Einbußen gesorgt. So ging der Zementumschlag um 500 000 Tonnen zurück. "Das sind rund 2,5 Prozent unseres jährlichen Gesamtumschlages", sagt Bauermeister. Mit den Bauarbeiten soll die Fahrzeit auf der Strecke verkürzt werden. Die verbesserten Gleise werden sich laut Bauermeister 2014 bemerkbar machen. Das Jahresergebnis bei allen Schüttgütern liegt bei 5,2 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um neun Prozent entspricht.

Enttäuscht zeigt sich Bauermeister bei der Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden, Finnland und Polen. Zwar blieb diese mit zwei Millionen Reisenden konstant im Vergleich zu 2011, die Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt. "Wir hatten uns mit dem geplanten Einsatz der neuen Fährschiffe auf der Linie Rostock-Gedser und dem guten Wechselkurs der schwedischen Krone deutliche Verbesserungen versprochen", so Bauermeister. Er geht davon aus, dass die neuen Scandlines-Fähren nicht vor 2014 eingesetzt werden. Um dennoch die Kapazität und Verlässlichkeit am Terminal zu erhöhen, soll Scandlines laut Bauermeister in nächster Zeit eine weitere Fähre für die Strecke einsetzen.

Einen Rekord verbuchte die Hero bei den Anläufen von Kreuzlinern: 181 Schiffe legten 2012 in Rostock an. In diesem Jahr soll die Zahl noch einmal auf insgesamt 197 Anläufe erhöht werden. Um das Niveau zu halten, müssen laut Bauermeister auch weiterhin die bestehenden Hafenflächen gesichert werden. Die vermehrte Ansiedlung von Industrie im Überseehafen bilde auch das Rückgrat für den Stückgutumschlag. Dieser erreichte wie im Vorjahr 550 000 Tonnen. Besonders Rohre, Kran- und Windkraftanlagen wurden vermehrt umgeschlagen.

2013 will die Hero rund 30 Millionen Euro investieren. So soll neben einer Umschlaganlage für den Kombinierten Ladungsverkehr auch ein Fähranleger entstehen. "Wenn wir nicht daran glauben würden, dass es zu einer nachhaltigen Verbesserung und einer Stärkung Rostocks kommt, würden wir nicht investieren" , so Bauermeister.

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