Uniklinik Rostock : Ernährung der Mutter beeinflusst den Nachwuchs

Laut Ernährungsspezialist Jan Däbritz können Frauen mit ihrer Ernährung die Gesundheit ihrer Kinder maßgeblich beeinflussen.
Laut Ernährungsspezialist Jan Däbritz können Frauen mit ihrer Ernährung die Gesundheit ihrer Kinder maßgeblich beeinflussen.

Rostocker Experten warnen: Kinder von Übergewichtigen sind gefährdeter. Bluthochdruck und Infarkte möglich

svz.de von
28. Juni 2016, 12:00 Uhr

Frauen können mit ihrer Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit die Gesundheit ihrer Kinder maßgeblich beeinflussen. Dies gelte nicht nur für die Gesundheit des Nachwuchses in der Zeit des Wachstums, negative Einflüsse können weit bis ins spätere Erwachsenenalter reichen, sagt Jan Däbritz, Ernährungsspezialist und Vizechef der Kinder- und Jugendklinik der Universitätsmedizin Rostock.

„Die Schwangere ist in der Pflicht: Studien belegen, dass an der Einschätzung, dass übergewichtige Mütter auch übergewichtige Kinder haben, durchaus etwas dran ist.“ Die Folgen später im Erwachsenenalter können unter anderem Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck oder Infarkte sowie Diabetes sein. Hintergrund sei die so genannte metabolische Programmierung. Diese besage, dass Inhaltsstoffe von Lebensmitteln zu genetischen Veränderungen führen können. Diese werden zwar nicht weitervererbt, sie können aber Einfluss auf das Ablesen von Genen haben. Dies wiederum habe Auswirkungen auf die Produktion von Proteinen oder Enzymen. Dabei sei kein einzelnes Lebensmittel als „schlecht“ zu bezeichnen, betont Däbritz. Es gehe vielmehr um das allgemein ungesunde Ernährungsverhalten und das viel zu hohe Energieangebot, das mit der Nahrung aufgenommen wird.

Diese Einschätzung wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) geteilt. Starkes Übergewicht während der Schwangerschaft erhöhe auch das Risiko für Komplikationen bei der Geburt für Mutter und Kind. „Vor dem Hintergrund, dass bereits jede dritte bis vierte Frau in Deutschland im gebärfähigen Alter übergewichtig ist, handelt es sich potenziell um ein gesundheitspolitisches Problem mit erheblichem Ausmaß“, sagt DGE-Sprecherin Antje Gahl. Schwangere müssten auch nicht für zwei essen, so viel mehr Energie werde in der Schwangerschaft nicht gebraucht. Prävention beginne bereits im Mutterleib, fasst die Expertin zusammen.

Es ist nach Ansicht von Däbritz die Pflicht von Frauenärzten, Schwangere auf die Bedeutung der Ernährung hinzuweisen. So gehöre etwa Fisch mit seinen wichtigen Fettsäuren auf den Speiseplan, um Beeinträchtigungen der Hirnentwicklung der Ungeborenen zu verhindern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen