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24. November 2017 | 19:49 Uhr

Ermittler klären Einbruch-Serie auf

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 06:13 Uhr

Rostock | Mindestens 30-mal hat eine Einbrecherbande in Rostock und Umgebung zugeschlagen, bevor die Handschellen klickten. Der angerichtete Schaden beträgt weit mehr als 100 000 Euro. Bargeld, Schmuck, Fernseher, Laptops - die drei Männer ließen alles mitgehen, was sie auf die Schnelle finden konnten. Mit ihren sorgfältig geplanten Raubzügen verunsicherten sie zwischen Dezember 2012 und Mitte April des laufenden Jahres die Einwohner von insgesamt zwölf Orten, unter anderem auch die von Graal-Müritz, Rövershagen, Börgerende und Kritzmow.

"Bei den Verdächtigen handelt es sich um zwei Kosovo-Albaner und einen Türken, die alle seit mehreren Jahren legal in Rostock wohnhaft sind", sagt Jörg Schönfeld, Leiter des auf Banden- und Serienverbrechen spezialisierten Fachkommissariats II der Kriminalpolizeiinspektion. Alle drei haben schon vor geraumer Zeit Asylanträge gestellt und verfügen über familiäre Beziehungen in der Hansestadt. Allerdings konnte die Polizei bislang nur zwei von ihnen verhaften, einen bei seiner Rückkehr aus Priština am Flughafen Hamburg und einen während der Durchsuchungen in Rostock. "Der dritte Verdächtige ist international zur Fahndung ausgeschrieben", sagt Schönfeld. Den Aussagen der beiden teilweise geständigen Komplizen zufolge hat er den Großteil der Beute mitgenommen.

"Die Verdächtigen sind mit einer sehr hohen kriminellen Energie vorgegangen", sagt Schönfeld. Während einer Schmiere stand, räumten die anderen die Wohnungen und Einfamilienhäuser aus, manchmal zwei oder drei hintereinander. "In der Regel haben sie sich über aufgehebelte Fenster oder Terrassentüren Zutritt verschafft", so Schönfeld. Zuvor hatten sie ihre Ziele genau ausgekundschaftet und den Zeitpunkt abgepasst, als die Bewohner nicht zu Hause waren - was in einem Fall allerdings gründlich daneben ging. Da stand plötzlich eines ihrer Opfer direkt vor ihnen. "Die Täter sind dann glücklicherweise gleich geflohen", sagt Schönfeld. Das sei aber keinesfalls selbstverständlich gewesen. Um weiteren gefährlichen Begegnungen zuvorzukommen, habe die Polizei die Ermittlungen dann deutlich verschärft.

Überführt wurden die 28, 35 und 41 Jahre alten Männer schließlich durch klassische Ermittlungsarbeit. "Wenn die Leute so eine Serie hinlegen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir sie schnappen", sagt Peter Mainka, Chef der Kriminalpolizeiinspektion. Mehrere Zeugen konnten die drei Täter beschreiben, außerdem gab es Hinweise auf die beiden Autos, mit denen die Männer loszogen und die auf sie selbst registriert waren. "Die Beweislage ist erdrückend", sagt Mainka. Dennoch befinden sich auch die beiden festgenommenen Männer bis zu ihrem Gerichtsverfahren wieder auf freiem Fuß, allerdings nur unter Auflagen. Andere große Einbruch-Serien gibt es derzeit nicht.


So schützen Sie sich:

Der richtige Schutz vor Einbrechern beginnt mit einfachen Verhaltensregeln. Angekippte Fenster oder nur zugezogene, nicht richtig abgeschlossene Haustüren stellen geradezu eine Einladung für Diebe dar. Grundsätzlich gilt: Je länger der Einbrecher braucht, um ins Gebäude zu gelangen, desto schneller gibt er auf. Daher lohnt sich die Investition in hochwertige Sicherheitstechnik. Türen und Fenster lassen sich relativ einfach nachrüsten. Wichtig ist beispielsweise, dass der Schließzylinder nicht aus dem Schloss guckt, sonst können die Täter ihn einfach herausbrechen. Alarmanlagen hingegen machen nur Sinn, wenn die Bewohner zu Hause sind. Kostenlose Tipps gibt die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in der Blücherstraße 1-3.

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