Eier-Skandal in MV : Ermittler erhöhen Druck auf Fälscher

Ist dies ein echtes Öko-Ei? Foto: dpa
Ist dies ein echtes Öko-Ei? Foto: dpa

Falsch deklarierte Öko-Eier, überbelegte Hühnerställe auf dem Bio-Hof: Nach den Lebensmittelskandalen zu Jahresbeginn erhöhen Lebensmittelkontrolleure und Staatsanwaltschaften in MV nun den Druck auf Betrüger.

von
14. Mai 2013, 07:11 Uhr

Rostock | Falsch deklarierte Öko-Eier, überbelegte Hühnerställe auf dem Bio-Hof: Nach den Lebensmittelskandalen zu Jahresbeginn erhöhen Lebensmittelkontrolleure und Staatsanwaltschaften in MV den Druck auf Betrüger. In den vergangenen Wochen seien die Maßnahmen der Überwachung von Öko-Betrieben verdoppelt worden, erklärte der Chef des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), Prof. Frerk Feldhusen, gestern in Rostock. Zudem habe das Land das Personal für Kontrollen in Öko-Betrieben auf nun zwei Stellen aufgestockt. In den nächsten Wochen müssen auch die staatlich zugelassenen privaten Kontrollstellen der Öko-Branche mit verstärkten Untersuchungen rechnen. Künftig solle jede zehnte Betriebskontrolle und damit doppelt so viele wie bisher durch Experten des Landesamtes überwacht werden.

Derweil rücken Lebensmittelfälscher verstärkt ins Visier der Ermittlungsbehörden: Generalstaatsanwaltschaft und LALLF aktivierten gestern in Rostock den Runden Tisch Lebensmittelsicherheit. Künftig solle der Informationsaustausch zwischen den Staatsanwaltschaften und der Lebensmittelüberwachung verstärkt werden, kündigte LALLF-Chef Feldhusen an. Künftig solle mindestens einmal jährlich das weitere Vorgehen abgestimmt werden, sagte Andreas Gärtner, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft im Anschluss. Ein erstes Treffen sei für den Spätsommer 2013 geplant. Dann solle über die Zusammenarbeit bei schweren Verstößen und über gemeinsame Fortbildungen beraten werden. Der Runde Tisch war nach einem heftigen Schlagabtausch über Ermittlungsdefizite im Zusammenhang mit dem Pferdefleischskandal zwischen Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) vereinbart worden.

Verstöße gegen Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit sind in MV an der Tagesordnung: 2011 waren bei fast 32 000 Kontrollen in 16 300 Betrieben in 10 000 Fällen Mängel festgestellt worden, geht aus einer LALFF-Analyse hervor. Neben 440 Verwarnungs- und Bußgeldverfahren waren 65 Strafanzeigen erstattet worden. Für 20 13 wird mit einem ähnlich hohen Niveau gerechnet. Der aktuelle Kontrollbericht wird erst Anfang Juni vorgestellt.

Drei Monate nach dem Lebensmittelskandal - für die Opposition im Schweriner Landtag reichen die bisherigen Maßnahmen noch nicht. Die Kontrollen müssten ausgedehnt werden und gegebenenfalls mehr Personal eingestellt werden, forderte die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Ursel Karlowski, gestern. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Verarbeitungskette lückenlos nachvollziehbar sei. Es mache keinen Sinn, wenn Rinder bis zum Schlachthof mit Ohrmarken gekennzeichnet seien, dann aber mit dem Entfernen der Ohrmarke die Information, woher das Tier stamme, nicht an die Kunden weitergegeben werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen