FC Hansa Rostock : Erlassen Banken Hansa 8 Millionen?

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Verein und Kapitalgeber einig über Schuldenschnitt / Land entlastet

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15. März 2014, 08:00 Uhr

Schuldenschnitt auf dem Fußballfeld: Die Kapitalgeber des hochverschuldeten Drittligisten FC Hansa Rostock sind offenbar bereit, auf Millionen zu verzichten. Bei einem Krisentreffen einigten sich Club und Gläubiger über ein Entschuldungskonzept. Einzelheiten wurden gestern offiziell nicht bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Banken signalisiert haben, auf einen hohen Betrag zu verzichten. Es soll sich dabei um acht Millionen Euro handeln. Damit würden die Kredithäuser die Hauptlast der Sanierung des Vereins tragen und den Steuerzahler entlasten. Hansa steht mit zehn Millionen Euro in der Kreide, muss zudem auch für einen Teil der 20 Millionen Euro Schulden für das Stadion geradestehen.

Mit dem Bankenzugeständnis dürfte dem Land der Einstieg erleichtert werden, sich an der Schuldenlösung zu beteiligen. Erst vergangene Woche war bekanntgeworden, dass sich Hansa beim Land um einen Schuldenschnitt bemüht. Mecklenburg-Vorpommern war zuvor bereits eingesprungen und bürgt seitdem mit einer Staatsgarantie für einen Teil der Verbindlichkeiten des Vereins – 3,2 Millionen Euro. Wie es hieß, müsste das Land für einen Schuldenschnitt einen großen Teil dieser Summe an Hansas Banken zahlen, die wiederum auf das restliche Geld verzichten würden. Die nun getroffene Einigung mit den Banken sieht offenbar vor, dass die Bürgschaften nicht wie bei einer Insolvenz in vollem Umfang, sondern nur teilweise in Anspruch genommen werden sollen. Finanzexperten sprechen von einer Einsparung für die Landeskasse von knapp 800 000 Euro. Ob das Land Mecklenburg-Vorpommern mitzieht, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Bis zum 30. April soll ein abschließendes Ergebnis vorliegen.

Grundsätzlich hat der FC Hansa seine Gläubiger wohl überzeugt, die Einigung steht allerdings unter Gremienvorbehalt, hieß es. Hansa selbst will sich mit einem Eigensanierungsbeitrag von jährlich zwei Millionen Euro an einer Schuldenlösung beteiligen. Hansa sieht sich bei der Umsetzung des Sanierungsplans in der Lage, in der nächsten Saison sogar in der 3. Liga schwarze Zahlen zu schreiben. Damit wäre auch ein Stadionverkauf vom Tisch, der die öffentliche Hand acht Millionen Euro gekostet hätte.

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