Ulrich Müther : Erinnerung an Vater des Teepotts

Eines der Wahrzeichen von Warnemünde: Der Teepott, erbaut 1968
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Eines der Wahrzeichen von Warnemünde: Der Teepott, erbaut 1968

Zwei Ausstellungen zum 80. Geburtstag des DDR-Architekturstars Ulrich Müther

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21. Juli 2014, 11:46 Uhr

Der 80. Geburtstag des DDR-Architekturstars Ulrich Müther am heutigen Montag wird in Mecklenburg-Vorpommern mit zwei Ausstellungen auf Rügen begangen. Gestaltet wurden sie vom Müther-Archiv, das sich seit 2006 an der Hochschule Wismar befindet, wie Architekturprofessor Matthias Ludwig sagte. Müther starb 2007.

Der Bauingenieur aus Binz, geboren am 21. Juli 1934, wurde mit futuristischen Gebäuden aus Schalenbeton weit über die Grenzen der DDR hinaus bekannt. Rund 50 stehen heute noch, wie Ludwig sagte. Dazu gehört ein Rettungsturm der Wasserwacht in Binz, in dem heute Brautpaare getraut werden. Er sieht aus, als wäre ein Ufo am Strand gelandet.

Müther plante und errichtete vor allem repräsentative Großgebäude wie den „Teepott“ in Warnemünde, das inzwischen abgerissene Restaurant „Ahornblatt“ in Berlin, Planetarien in Wolfsburg, Finnland und Libyen sowie eine Moschee in Jordanien. Selbst Bobbahnen entwarf der Bauingenieur. In Potsdam steht einer seiner schönsten Bauten, das Restaurant „Seerose“. In Mecklenburg-Vorpommern jedoch stehen die meisten seiner Betonschalen-Gebäude, darunter die Schwimmhalle des Cliff-Hotels in Sellin, die neue Christus-Kirche in Rostock und die Stadthalle in Neubrandenburg.

Müthers Bauten wirken luftig und leicht. Das Geheimnis sind gebogene Betonschalen, die direkt auf der jeweiligen Baustelle individuell gegossen wurden. Sie verleihen den Dächern Eleganz und ermöglichen es, große Flächen ohne Stütze zu überspannen.

Baustellenfotos im Müther-Archiv in Wismar zeigen riesige Gerüste für den Bau der Negativformen aus Holz. Dann wurden Stahl-Armierungen in ganz bestimmter Anordnung ausgelegt, um die Kräfte aufzunehmen. Erst danach konnte in mehreren Schritten der Beton gegossen werden.

Die erste Schau zu Müthers 80. Geburtstag im Nordosten soll im August und September in Binz stattfinden, die zweite wahrscheinlich 2015 in Putbus, wie Ludwig sagte. Die beiden Ausstellungen orientieren sich an einer bereits im Frühjahr in Stuttgart stattgefundenen Ausstellung, in welcher Architekturpläne, Modelle und Fotografien der Müther-Bauten gezeigt wurden.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) würdigte Müther mit den Worten: „Er prägt das architektonische Bild Mecklenburg-Vorpommerns durch markante Bauten bis heute.“ Ulrich Müthers Gebäude seien bis heute interessante Ausflugsziele für Einheimische und Besucher.

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