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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Oktober 2017 | 02:08 Uhr

Darwineum : Erfolgreiche Quallenzucht im Zoo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Tierpark gibt den ersten Nachwuchs an andere Einrichtungen ab. Das Korallenriff blüht nach nur einem Jahr auf.

Das Korallenriff und Europas größter Quallenkreisel sind Neuland für den Zoo Rostock gewesen. Die beiden exotischen Unterwasserwelten haben sich prächtig entwickelt und gehören zu den Besuchermagneten. Nach nur einem Jahr gab der Zoo erste selbst gezüchtete Quallen an andere Einrichtungen ab. So schwimmen jetzt auch im Hamburger Tierpark Hagenbeck 20 Rostocker Wurzelmundquallen und 15 dieser Prachtexemplare im Sealife am Timmendorfer Strand. „Die florierende Quallenzucht kommt einer kleinen Sensation gleich“, sagt Kuratorin Antje Zimmermann.

Die Quallenzucht gilt als höchst kompliziert und gelingt nicht vielen Zoos. Der Erfolg hat dem Zoo Anerkennung von langjährigen Fachleuten eingebracht. „Niemand hat vor einem Jahr damit gerechnet, dass wir innerhalb so kurzer Zeit in die erfolgreiche Quallenzucht einsteigen können“, so Tierpfleger Detlev Grafunder. Ihr Zuhause haben die Gepunkteten Wurzelmundquallen in Europas größtem Quallenkreisel. Eine künstliche Strömung sorgt in dem sechs Kubikmeter großen Wasserbecken für natürliche Lebensbedingungen. „Unsere Quallen faszinieren die Besucher“, sagt Tierpfleger Detlev Grafunder. „Sie bewegen sich majestätisch und strahlen eine unglaubliche Ruhe aus. Das überträgt sich automatisch auf den Betrachter“, sagt er.

Auch das Korallenriff hat sich innerhalb eines Jahres zu einer wahren Pracht entwickelt. Gegenwärtig leben etwa 100 Tierarten in dem Becken – davon etwa 50 verschiedene Korallenarten und 40 Arten an Korallenfischen wie beispielsweise der Blau-gelbe Doktorfisch sowie Scheibenanemonen, Röhrenwürmer, Muscheln, Schnecken und Krebse. Nach und nach werden weitere Fischarten eingesetzt. Bis zu 1000 Fische können in Vergesellschaftung mit den Stein- und Weichkorallenarten leben. Das Korallenriff im Aquarium verändert und entwickelt sich somit stetig. Das bunte Unterwasserleben wird im Zuge einer Langzeitbeobachtung durch Schüler des Erasmus-Gymnasiums Rostock untersucht.

Knapp 60 Kubikmeter Salzwasser fasst das rund 7,5 Meter breite und 3,5 Meter hohe Korallenriff-Aquarium, das zur Eröffnung des Darwineums noch nicht fertig war. Die Wassersäule hat eine Höhe von 2,7 Metern. Der Besucher erhält durch eine Acrylglasscheibe Einblick in das Korallenriff, den so genannten Regenwald des Meeres. Ein Korallenriff zeichnet sich durch eine besonders hohe biologische Vielfalt aus. Mit Weich- und Steinkorallen sowie Korallenfischen beherbergt das Rostocker Riff ganz typische Bewohner dieser weltweit vorhandenen Unterwasserkunstwerke. „Was man gar nicht für möglich hält, einige Korallenarten verhalten sich kriegerisch, verschaffen sich mit aller Macht Platz und zerstören dabei auch ihr Umfeld“, so Antje Zimmermann. „Ein Korallenriff aufzubauen und sorgsam zu entwickeln, setzt ein enormes Wissen über diese Biotope voraus“, ergänzt sie. Korallenriffe sind die größten Bauwerke der Natur. Sie bieten Lebensraum für eine Vielzahl verschiedener Tiergruppen und tragen maßgeblich zur Artenvielfalt der Ozeane bei.

Im nicht-öffentlichen Bereich befindet sich die Versorgungstechnik für die beiden Unterwasserwelten mit einer Wasseraufbereitungsanlage, Quarantänebecken, Zuchtaquarien und Versorgungstechnik für Wärme, Energie, Wasser und Luftfeuchtigkeit. „Das war absolutes Neuland und es hat schon gedauert, sich da durchzufinden. Wir müssen die ganze Technik beherrschen, weil da direkt das Leben unserer Tiere von abhängt. Fehler sind nicht erlaubt“, sagt Detlev Grafunder.

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