Erfindungen wie aus Hollywood

<strong>Größen des Instituts: </strong>Prof. Dieter Fellner (l.), Leiter des Fraunhofer IGD, und Gründer Prof. José Luis Encarnação feiern das 20-jährige Bestehen in Rostock und zeigen neueste Technik wie den Trainingssimulator für Hochgeschwindigkeitsschiffe.<foto>Nicole Pätzold</foto>
Größen des Instituts: Prof. Dieter Fellner (l.), Leiter des Fraunhofer IGD, und Gründer Prof. José Luis Encarnação feiern das 20-jährige Bestehen in Rostock und zeigen neueste Technik wie den Trainingssimulator für Hochgeschwindigkeitsschiffe.Nicole Pätzold

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01. Juni 2012, 08:14 Uhr

Südstadt | 20 Jahre Umsetzung kreativer technischer Ideen und Förderung von Innovationen in wirtschaftlichen Unternehmen - der Standort des Fraunhofer Instituts für Grafische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock feiert in diesem Jahr sein Jubiläum.

Das Institut ist die weltweit führende Forschungseinrichtung für angewandtes Visual Computing. "Wir machen aus Informationen Bilder und holen aus Bildern Informationen", sagt Prof. Bodo Urban. Er ist einer der beiden Standortleiter in der Hansestadt. 1992 ist die Einrichtung hier als eine der ersten in den neuen Bundesländern gegründet worden. Im Verband der Fraunhofer Institute hat sie einen festen und wichtigen Stand, wie ihr Leiter Prof. Dieter Fellner bestätigt. In Rostock habe es wesentliche Entwicklungen gegeben wie die stärkere Konzentration auf die maritime Wirtschaft. Prof. Uwe Freiherr von Lukas, der zweite Standortleiter, führt die Abteilung "Maritime Graphics". Mit Hilfe interaktiver Computergrafik werden dort Lösungen für die maritime Industrie erarbeitet. "Unsere Rolle ist es, Innovationen voranzubringen", sagt er. "Wir haben beispielsweise ein Trainingsspiel für Schiffsbesatzungen entwickelt", sagt von Lukas. International werden die Simulatoren in regelmäßigen Schulungen eingesetzt. Virtuell und dadurch ungefährlich werden Brandherde gelegt, die die Seemänner vor Herausforderungen stellen und sie so stärker motivieren sollen als bloße theoretische Schulungen. In der Abteilung von Prof. Urban, beim Interactive Document Engineering, sind Smartwatches ein großes Thema. Die speziellen Uhren reagieren über Sensoren auf Armbewegungen und erlauben einem Monteur so auch die Steuerung, wenn er Handschuhe trägt oder schmutzige Hände hat - eine Erfindung wie aus einem Hollywoodfilm. Eben diese Qualität schreckt aber auch ab. "Wir kämpfen zurzeit noch mit dem Vorurteil, dass Fraunhofer nur für die großen Unternehmen arbeitet", sagt Lukas. In Zukunft wollen die Forscher verstärkt versuchen, auch kleine und mittlere Unternehmen anzusprechen.

Prof. José Luis Encarnação kann sich noch daran erinnern, wie einst alles begann. Er ist der Gründer des Fraunhofer IGD. "Die Geschichte ist relativ einfach", sagt er. In Rostock hätte es schon zu DDR-Zeiten einen guten Forschungsstand in der Computergrafik gegeben und der sollte auch nach der Wende fortgeführt werden. Seine Position im Wissenschaftsrat ermöglichte es Encarnação, den Standort durch eine Kooperation mit Partnern einer Berliner Akademie zu fördern.

"Der Kern der Entscheidung für den Standort Rostock war der Entschluss, die Grafik der DDR nicht untergehen zu lassen", fasst er zusammen. Die Entscheidung für den Standort hat sich gelohnt. "Er hat eine wesentliche Bedeutung in unserem Familienverband. Jede einzelne Abteilung bringt Kernkompetenzen ein", sagt Fraunhofer-IGD-Leiter Prof. Fellner.

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