Mord : Er wollte sie besitzen und stach zu

Vor Gericht: Frank F. muss lebenslang in den Knast.
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Vor Gericht: Frank F. muss lebenslang in den Knast.

Frank F. muss wegen Mordes an seiner Ex-Freundin lebenslänglich ins Gefängnis. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest.

svz.de von
14. November 2014, 10:00 Uhr

Frank F. hat seine Freundin heimtückisch ermordet. Das sah das Rostocker Landesgericht gestern als erwiesen an. Deshalb muss der 30-Jährige nun lebenslang in den Knast. Wegen der besonderen Schwere der Schuld bleibt der Angeklagte auch nach 15-jähriger Haft im Gefängnis. Mit diesem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine besondere Schwere der Schuld nicht erkennen konnte. Für das Gericht gab es keinen Zweifel an dem Tathergang vom 27. April 2014 in der Turkuer Straße.

Christin S. und Frank F. lernten sich 2007 kennen. Zwei Jahre später wurde ihre Tochter geboren . Die Familie zog nach Lütten Klein. Christin S. absolvierte im Kurhaus Warnemünde eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau. Sie war fleißig und zuverlässig, ihr Partner lebte in den Tag hinein, beschäftigte sich hauptsächlich mit Computerspielen. Oft war das Geld knapp, weil er keiner geregelten Arbeit nachging. Schon mehrmals hatte sich die junge Frau aus diesen Gründen von ihrem Partner getrennt. Im April 2014 sagte Christin S. ihrem Lebensgefährten , dass er bis Monatsende die Wohnung verlassen müsse.

Am Nachmittag des 27. April kam der Angeklagte in die gemeinsame Wohnung. Er würgte Christin S. etwa 20 Sekunden lang, ergriff dann das Küchenmesser und stach zu. Vier Mal in den Unterleib. Sie wollte fliehen. Doch Frank F. rammte das Messer erneut in den Körper seiner Ex-Freundin. Vier Mal in den Rücken. Ein tiefer Schnitt in den Hals durchtrennte die Luftröhre und die Vene. Christin S. verblutete. Er deckte sie zu, wusch sich Hände und Gesicht, zog sich um und verließ die Wohnung.Der Angeklagte habe die Tat zwar nie bestritten, aber sich mit Erinnerungslücken verteidigt, heißt es in der Urteilsbegründung. Bereits am Tattag stellte er sich der Polizei. Frank F. hatte nicht aus Eifersucht oder Verzweiflung gehandelt. Es war auch keine spontane Tat. Er handelte aus purem Egoismus. Der Angeklagte betrachtete Christin S. als sein Eigentum. Er sei fest entschlossen gewesen, dass er sie tötet, wenn sie ihn nicht zurücknimmt. Er hatte die Tat geplant. Christin S. hatte keine Verteidigungsmöglichkeit. „Der Angeklagte hatte seinem Opfer das Lebensrecht abgesprochen“, sagte der Richter während der Urteilsverkündung.

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