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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 06:06 Uhr

Kneipp : Entspannt leben im Pflegeheim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im Südhus Nord in Toitenwinkel wird nach dem Kneipp-Konzept verfahren. Sozialministerin Birgit Hesse begeistert von Vorgehensweise.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Gemeinsam kochen die zehn Männer und Frauen der Wohngruppe im Pflegeheim Südhus Nord in Toitenwinkel Mittag. „In den je vier Gemeinschaften in unserem Haus wird noch frisch gekocht, so können unsere Bewohner Einfluss auf das Menü nehmen. Wem seins nicht schmeckt, der geht einfach in eine der anderen Gruppen“, sagt Heimleiterin Iris Tschischke.

„Es ist toll, dass die Individualität der Älteren hier gefördert wird und die Arbeit in dem Heim nicht nach Schema F aufgebaut ist“, ergänzt Birgit Hesse (SPD), Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Während ihrer Tour durch Pflegeheime des Landes besuchte sie auch das Haus in Toitenwinkel. Wichtig ist für sie eben jener Aspekt der Förderung der Einzigartigkeit der Bewohner, die Steigerung der Qualität im Haus sowie die Stärkung der Regionalität in der Versorgung durch eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen. „Für die Zukunft brauchen wir Alternativen zur jetzigen Pflege. Deshalb sehe ich mir verschiedene Konzepte an. Das hier in Rostock ist ein absolutes Highlight“, sagt Hesse.

Das seit fünf Jahren geöffnete Haus arbeitet nach dem Kneipp-Konzept, das Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen beinhaltet. Es gelingt vor allem durch die individuelle Beteiligung der Bewohner. „So kann es auch mal sein, dass jemand nicht um 7 Uhr zum Frühstück kommen möchte, sondern lieber ausschläft. Auch ein entspannendes Bad tut immer wieder Wunder bei den Bewohnern“, sagt Pflegedienstleiterin Sandra Murr. Dies habe anfangs bei den Mitarbeitern für Skepsis gesorgt, schließlich leben 70 Männer und Frauen in der vollstationären Einrichtung. Und entgegen anderer Einrichtungen gibt es dort zum Beispiel keine Bastelkurse. „Nachdem sich die Kollegen darauf eingelassen haben, ist die Atmosphäre entspannter geworden“, so Murr.

Auch die Bewohner müssen mit Veränderungen umgehen: So gibt es an einem Tag in der Woche kein Fleisch zu essen. Bei der Wohngruppe Warnemünde kommt heute aber Braten mit Rotkohl auf die Teller. „Und die Kartoffeln dürfen natürlich nicht fehlen“, so Heimleiterin Tschischke. Zudem wird viel für die Aktivierung und Mobilität durch Ausflüge und Kurse getan.

Im Südhus steht nicht nur das Wohlbefinden der Bewohner im Vordergrund, sondern auch das der Mitarbeiter. So gibt es einen Zuschuss von 150 Euro für Eltern mit Kindern bis zum sechsten Lebensjahr. „Und wir haben ein Gesundheitsmanagement – es gibt Rückenkurse und Massagen“, sagt Murr.

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